Hafentage in Brindisi
Die Junggesellentage in Brindisi nutze ich für alles, was sich auf einem Schiff so ansammelt: Deck schrubben, Druckregler und Gasschläuche tauschen, den Keilriemen justieren, der nach dem letzten Motorservice unschön am Motorblock schleift und dabei Gummiabrieb erzeugt. Dann pilgere ich mit dem in Bari nach einer Windböe noch vom Hafengrund geretteten Trolley zum Supermarkt und decke mich mit Wasser und Proviant ein.
Annika kommt bald an Bord, also beziehe ich ihr Bett in der Achterkabine, damit sie sich willkommen fühlt. Auch die Bordfrau soll sich nicht ärgern müssen (weshalb Aufräumen für drb letzten Alleine-Tag ganz oben auf der Liste steht). Zum Abschluss koche ich noch eine Tomatensauce für die Nudeln am Abend. Ins Restaurant gehe ich lieber nicht solo, auch wenn eine ganz passable Pizza in Laufdistanz warten würde.
Das Auswärtsessen und die Bootstanke heben wir uns für den Moment auf, wenn die Familie wieder komplett ist. Im Hafenbüro habe ich ausserdem Bustickets gekauft, damit möchte ich am letzten Einhand-Tag in die Altstadt und sehen, was sich seit unserem letzten Besuch so verändert hat. Am kommunalen Strand fiel die Antwort ernüchternd aus: eher zum Schlechteren, auch wenn wieder einmal ambitioniert eine neue Strandbar entsteht.



Während der Mistral in Frankreich so sagt man die Leute verrückt macht, scheint der kalte Maestrale hier, der seit Tagen mit um 25 Knoten bläst nur mir auf den Keks zu gehen. So windig hatte ich die Adria gar nicht in Erinnerung…