Einhand nach Malta – Anstehen für ein neues Covid Zertifikat, Abschluss der Baggerarbeiten, ein verschollenes Paket und Wetter, Wetter, Wetter…

Man hört und liest ja so allerhand über das Reisen in Zeiten von Corona. Zum Beispiel sollen manche Länder bei der Einreise-Kontrolle der Covid Zertifikate Probleme machen, wenn der dort aufgeführte Name nicht exakt mit dem Namen im Reisepass übereinstimmt. Von Malta oder Italien hatte ich diesbezüglich zwar noch nichts gelesen (und in Italien war ich mit meinem aktuellen Covid Zertifikat ja bereits im Sommer) aber ich will keinesfalls ein unnötiges Risiko eingehen:

So stehe ich einige Tage vor meiner Abreise nach Italien also erneut am Impfzentrum in Basel an, um ein neues Zertifikat zu erhalten. Auf diesem soll, anders als auf meinem ersten Zertifikat, auch mein zweiter (bisher unterschlagener) Vorname aufgeführt sein. Irgendwie ging das bei der Impfung selbst alles schneller: Die Schlange am Schalter scheint endlos und es geht nur langsam vorran, aber was solls… Immerhin kann ich das neue Zertifikat als ich dann endlich an der Reihe bin direkt in Empfang nehmen und muss nicht auf eine SMS oder eine eMail mit einem Downloadlink warten wie beim ersten Mal.

Anschliessend frage ich per eMail beim Hafen nach, ob die Baggerarbeiten denn wie geplant vorangehen und erwähne, dass ich mich auf ein Wiedersehen am kommenden Freitag freue. Man antwortet mir prompt: Die Baggerarbeiten seien inzwischen abgeschlossen und ich solle mich am Freitag einfach 1 Seemeile vor dem Hafen über VHF Kanal 74 ankündigen 🤨…

Immerhin, Ein- und Ausfahrt aus dem Hafen scheinen gerade rechtzeitig wieder „normal“ möglich. Da ich mit Flugzeug und Taxi zur Marina reise, kann ich mir die Ankündigung meiner Ankunft per VHF ziemlich sicher auch sparen 😀

Da der ÖPNV in Basel vor 5 Uhr morgens leider nicht ganz so flächendeckend funktioniert, hab ich ein Taxi bestellt, dass mich morgen in aller Herrgottsfrüh zum  Flughafen bringen soll.

Leider lässt mich die italienische Post grade etwas hängen und hat mein Ersatzteil- und Bootszubehör Paket bisher noch nicht zugestellt. Auf der entsprechenden Webseite wird als Sendungsstatus „In Zustellung“ angegeben, während DHL bereits seit gestern von „Nicht zustellbar“ spricht. Das wäre wirklich ärgerlich.

Was mir nun bleibt ist zu hoffen, dass das Segel anschlagen alleine keine allzugrosse Hürde darstellt. Ausserdem würde ich mir für mein erstes Einhand-Abenteuer im Mittelmeer schon etwas weniger Wind wünschen als gerade herscht:

Zwischen Sonntag und Dienstag hoffe ich auf ein passendes Wetterfenster für die Überfahrt nach Malta. Schau ma mal…

Einhand nach Malta – Vorbereitungen auf die Einreise-Prozedur und dann das: Hafensperrung

Wie bereits erwähnt, standen mir zwei der unzähligen potentiell in Malta zur Auswahl stehenden Marinas bereits vor dem eigentlichen Trip mit Rat und Tat zur Seite und beantworteten meine zahlreichen eMails mit Fragen zu den Einreisebestimmungen, benötigten Dokumenten, Formularen und vieles mehr.

Ich hatte mir im Vorfeld die Marina di Valletta (unter anderem wegen der Nähe zu der mich besonders interessierenden Altstadt Vallettas) und die Grand Harbour Marina ausgekuckt und beide einfach mal angeschrieben. Lustige Anekdote zwischendurch: Ich habe mich unter anderem auch deshalb für genau diese Marinas entschieden, weil beide einen (englischen) Namen tragen, den ich mir zutraue auch müde und/oder gestresst am Funkgerät noch fehlerfrei aussprechen zu können. Das wäre zum Beispiel bei der Msida & Ta’Xbiex Marina nicht unbedingt der Fall gewesen 😉

Vorallem die Grand Harbour Marina beeindruckte mich immer wieder mit kurzen Antwortzeiten und sehr hilfreichen Tipps zu meinem geplanten Trip. Ein Dinghy das beim Einparken hilft, soll hier ebenfalls kein Problem sein. Das klingt vielversprechend.

Nach der Vorbereitung des Bootes in Marina di Ragusa muss ich mich im Detail um folgende Formalitäten kümmern:

Per eMail muss ich 24h vor meiner geplanten Abfahrt nach Malta den so genannten „Port Medic“ kontaktieren, ihm mein Impfzertifikat (das befreit mich von der PCR Testpflicht bei der Einreise), meine Crewliste (die ist übersichtlich) und das „Maritime declaration of health“ Formular zusenden. Er wird mir dann (so hoffe ich) die Freigabe zur Einreise nach Malta erteilen, ohne die ich keinesfalls in die Hoheitsgewässer Maltas einlaufen darf.

Ganz schön strikte Bedingungen für eine Reise innerhalb von EU und Schengenraum, aber Corona sorgt wohl auch hier aktuell für eine höhere Komplexität und mehr Papierkram als sonst. Sobald ich die Freigabe zur Einreise dann habe, darf ich ablegen um 12 sm vor der maltesischen Küste „Valletta Port Control“ per Funk über mein Einlaufen in die Hoheitsgewässer zu informieren. Erneuter Funkkontakt soll dann an einer bestimmten Fahrwassertonne etwa 1 Seemeile vor dem Hafen erfolgen. Das alles wirkt sehr bürokratisch, aber einhand auf Sizilien (z.B. nach Licata) zu segeln wäre ja auch irgendwie langweilig gewesen. Wer Abenteuer sucht, bekommt auch Abenteuer 😉

Doch das Abenteuer wird noch grösser/spannender: Am Samstag den 25.09. kommt abends die Hiobsbotschaft (ausschliesslich auf italienisch) per eMail: Der Hafen informiert über Baggerarbeiten in der Hafeneinfahrt und eine damit einhergehende Sperrung zwischen dem 27.09. und dem 11.10.2021. Ich kann es nicht glauben: Ausgerechnet in unseren Herbstferien! Können die das nicht im Winter machen? Sofort kommen Bedenken auf, ob die Arbeiten wohl termingerecht abgeschlossen werden. Falls sich irgendetwas verzögert, sitze ich in Marina di Ragusa und kann den Hafen nicht verlassen…

Malta steht wohl auch diesmal auf wackligen Füßen.

Einhand nach Malta – klingt gut, oder???

Den Plan mit Zanzibar auch einmal alleine loszuziehen, hege ich schon länger. Jetzt bietet sich die Möglichkeit: Tatjana will mit Annika Freunde in Deutschland besuchen. Ich fliege am 08. Oktober zum Boot nach Italien. Mein Plan sieht vor, hier das Boot klar zu machen (ich bin gespannt wie es alleine klappt die beiden Segel anzuschlagen…) um dann bei passendem Wind nach Malta zu segeln. Dort will ich einige Tage verbringen und Valletta besichtigen. Anschliessend soll es nach Marina di Ragusa zurück gehen. Tatjana und Annika wollen etwa eine Woche nach mir zum Sonnetanken ebenfalls dorthin kommen um mich wieder in Empfang zu nehmen.

Immer wieder kommen aber Zweifel auf, ob mein kühner Plan im Herbst alleine los zu segeln tatsächlich so klug ist. Mit unserem Erstboot im schweizer Binnenrevier war ich schon oft alleine segeln, kein Problem! Irgendwie komme ich dort schon wieder in die Box im Heimathafen. Zur Not eben mit Hilfe der Scheuerleisten 😉

Aber mein Vorhaben hier ist eine andere Hausnummer: 54 Seemeilen über’s offene Meer. Rund 11 Stunden werde ich bei diesem Abenteuer auf mich alleine gestellt sein. Mir graut dabei weniger vor dem Segeln selbst. Das krieg ich hin. Vorausgesetzt es toben Mitte Oktober nicht bereits die ersten Herbststürme. Vielmehr graut mir vor etwaigen technischen Problemen mit dem Boot und vorallem den zwangsläufig anstehenden Hafenmanövern: Alleine hat man nunmal nur begrenzt Hände zur Verfügung und jeder Schritt will gut überlegt sein. Kommen dann Müdigkeit oder Erschöpfung dazu, kann durchaus auch mal etwas schief gehen. Ausserdem sträuben sich die Italiener üblicherweise ja, sich beim Anlegen zuerst um meine geliebte Luv-Heckleine zu kümmern. Wie das wohl auf Malta ist? Immerhin: Ein Sprachproblem sollte ich dort nicht haben, schliesslich ist Englisch eine der beiden Amtssprachen.

Auch die sich ständig ändernden Einreisebestimmungen durch COVID tragen nicht gerade zur Entspannung bei. Reicht mein Impfzertifikat oder wird zusätzlich ein negativer PCR Test erwartet? Entsprechende Anfragen bei Behörden und Tourismusverbänden werden entweder ignoriert oder mit wenig hilfreichen Standardantworten beantwortet. Immerhin, die beiden angeschriebenen Marinas reagieren prompt auf meine Anfragen und wollen mir bei meinem Unterfangen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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