Etappe 2026 – 4: Othonoi – Marina Gouvia (Korfu), 38.4 sm

Der Morgen nach der unruhigen Nacht beginnt überraschend sanft. Während ich an Bord bleibe und die Leinen klar mache, zieht Tatjana ihre Morgenrunde, im Ionischen Meer, vor Anker bei Othonoi. Das Wasser ist glasklar, mir aber viel zu kalt. Um 9:30 Uhr kommt der Anker hoch, wir verlassen die Bucht.

Die Überfahrt nach Korfu ist das genaue Gegenteil des gestrigen Tages. 38,4 Seemeilen, leichte Winde, flaches Wasser. Wir motorsegeln gemächlich dahin, die Segel stehen mehr der Form halber als aus Notwendigkeit. Das Boot schaukelt kaum, der Motor schnurrt gleichmässig, und langsam löst sich die gestrige Anspannung.

Beim Blick aufs Rigg fällt uns auf: Die Spannschraube der untersten Segellatte fehlt. Irgendwann auf dem Weg von Otranto hierher ist sie verschwunden, spurlos. Kein Drama, aber ein Punkt auf der immer vorhandenen Liste der kleinen Dinge, die erledigt werden wollen.

Screenshot

Der Plan für heute ist simpel und verlockend: Marina, schlafen, essen gehen. Nach der Nacht vor Anker in Othonoi sehnen wir uns nach einer festen Leine an einem festen Steg, nach Stille ohne Ankeralarm im Hinterkopf.

Um 16:06 Uhr legen wir in der Gouvia Marina an. Gouvia liegt etwas nördlich von Korfu-Stadt, eine grosse, gut geschützte Marina, einer der grossen Seglerknotenpunkte im Ionischen Meer. Hier werden wir Zanzibar nach dem Ende des laufenden Pfingsturlaubs zurücklassen, bis der geplante Sommerurlaub im August ansteht. Ein guter Platz dafür.

Wir duschen, ziehen uns um, und schlendernhinter der Marina entlang auf der Suche nach einer Taverne. Wir werden fündig. Was wir bekommen, übertrifft sogar unsere Erwartungen: gegrilltes Schwein und Dorade, einfach aber gut.

Griechenland. Jetzt sind wir wirklich angekommen.

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