Etappe 2020-13: Vibo Valentia – Marina di Palmi (32 sm)

Nach einem letzten Spaziergang zur Tanke legen wir um kurz nach acht zu unserer Etappe nach Marina di Palmi ab. Wir haben dort für zwei Nächte einen Liegeplatz gebucht und sollen sogar noch vor dem Hafen von einem Schlauchboot empfangen werden.

Natürlich herscht zunächst bis auf unseren Fahrtwind wieder völlige Flaute. SOG 5.5, Wind 5.4 direkt von vorn. Kein Wunder also, dass wir gerade so viel Diesel brauchen. Und die Windvorhersage verheisst nichts Gutes.

Kurz vor dem Capo Cozzo (hihi) haben wir ein Tretboot mit Rutsche querab. Nah unter Land zwar, aber trotzdem eine skurrile Begegnung.

Vorbei am Kap, unserem Winterlagerort Tropea und dem Capo Vaticano gehts es parallel zu einer Küstenstrasse mit (laut Seekarte) lustigem Namen weiter dem südlichsten Festlandziel des Jahres entgegen.

Später können wir am Horizont erst den Stromboli und beim Einbiegen in den Golfo di Gioia Sizilien und die Einfahrt zur Straße von Messina erkennen. Das fühlt sich schon ein bisschen wie ein weiteres grosses Etappenziel an: Wir sind am Ende des Tyrrhenischen Meers angelangt und haben etwa den halben Weg um den Stiefel “abgesegelt” (bzw. motort ;-)).

Ob wir im nächsten Jahr durch die Straße von Messina hindurch (mein ursprünglicher Plan) oder doch einmal um Sizilien herum (Tatjanas Wunsch) segeln, steht noch nicht fest. Vielleicht machen wir beides, segeln im Uhrzeigersinn um Sizilien und durchfahren die Strasse von Messina zwei mal. Aber das liegt noch in weiter Ferne und die Planung für diesen Teil der Reise wird wohl meine Winterbeschäftigung.

Rund 8.5 Meilen vor unserem Etappenziel in Palmi können wir bei 5 Knoten Wind fast direkt von hinten wenigstens noch ein wenig mit Genua motorsegeln und werden durch das ausgerollte Segel phänomenale 0.3 Knoten schneller. 

In Marina die Palmi liegen wir in einem sehr kleinen Hafen am Steg des örtlichen Yachtclubs. Auch hier werden wir gebeten umzuparken, allerdings geht das hier gemütlich mit Leinenarbeit und ohne Motor vonstatten. Neben uns legt kurze Zeit später das erste andere deutsche Boot an, dem wir seit langem begegnen, eine Familie aus München.

Als Annika schon schläft und die Eltern den Abend bei Schokolade auf dem Vorschiff ausklingen lassen, kommt nochmals ein Yachtclubmitglied vorbei und überreicht uns eine kalte Flasche Prosecco.

Da der Ort in Palmi ein gutes Stück vom Yachtclub entfernt liegt, widme ich mich am Hafentag dem Einbau eines neuen Wasserfilters und dem Umbau des klappbaren Laufstalls für Annika (auch wenn ich nicht so wirklich überzeugt bin, dass sich unsere Tochter ohne Protest in den weniger als ein Quadratmeter grossen Käfig bugsieren lässt). Der Rest der Crew verbringt den bisher heissesten Tag mit Planschen am Strand.


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