Endlich Frühling! Aber: Italien befindet sich im Lockdown 😭 – Immerhin unser „Erstboot“ ist wieder im Wasser…

Nachdem die Coronafallzahlen in Italien bereits seit einiger Zeit immer weiter angestiegen sind, hat die italienische Regierung zur Eindämmung der Pandemie nun leider zum dritten Mal einen Lockdown verhängt: Bis mindestens 6. April sind alle Schulen, Geschäfte und Restaurants geschlossen. Das eigene Zuhause darf nur aus triftigem Grund verlassen werden. Unser urpsrüglich für Ende April geplanter Italienurlaub rückt damit noch weiter in die Ferne. Uns bleibt nur die Hoffnung, dass sich die COVID Lage baldmöglichst entspannt und wir unsere Segelreise dann vielleicht im Spätsommer unbeschwert fortsetzen können.

Erneut Corona-Pause bei „Rund Stiefel“

Als Alternative zum eigentlich geplanten Segeltörn in Süditalien planen wir nun vermehrt Kurztrips zu unserem Erstboot am Neuenburgersee in der Schweiz. Die ersten frühlingshaften Tage haben wir deshalb genutzt, um Boomerang einen neuen Antifoulinganstrich zu verpassen und eine kleine Macke am Bug, die durch Kontakt des Bootes mit dem Trailer beim Auskranen verursacht wurde zu spachteln und beizulackieren. Nun hoffen wir (erneut), dass das Infektionsgeschehen in der Schweiz unseren Alternativplänen nicht auch in die Quere kommt. Während der ersten Welle war unser Heimathafen nämlich schon einmal wegen Corona gesperrt und auch Reisen innerhalb der Schweiz sollten damals vermieden werden. Immerhin konnten wir das Boot wie geplant am 18. März einkranen. Ein wichtiges Etappenziel, das die Stimmung des Skipper direkt positiv beeinflusst hat. Ostertörn, wir kommen…

Erstboot beim Einkranen

Um das Projekt „Rund Stiefel“ nicht völlig aus den Augen zu verlieren und auch um sonst trotz Corona und segelfreier Zeit im Winter positiv zu bleiben und nach vorn zu schauen, habe ich bereits unsere nächsten Italien-Etappen durch die Strasse von Messina und hinüber zur Insel Malta geplant.

Sobald wir wieder dürfen, sollen uns insgesamt sieben Etappen von Tropea nach Malta führen:

  • Tropea – Palmi (21 sm)
  • Palmi – Messina (19 sm)
  • Messina – Giardini Naxos (28 sm)
  • Giardini Naxos – Catania (25 sm)
  • Catania – Siracusa (30 sm)
  • Siracusa – Marzamemi (24 sm)
  • Marzamemi – Valletta (62 sm)

Eine Gastlandflagge für Malta haben wir jedenfalls bereits an Bord. Ausser einer (für uns) laaaaaangen Etappe und eben Corona steht unserem Abstecher dort hin also nichts mehr im Wege.

Eigentlich war ich davon ausgegangen, es dieses Jahr deutlich weiter als bis nach Malta zu schaffen. Dieses Inselchen hatte ich eher als nettes Zwischenziel für den Oster- oder Pfingsturlaub angepeilt. Sollten wir dieses Jahr aber tatsächlich nur drei Wochen im Spätsommer im Mittelmeer segeln können, würde sich Malta durchaus auch als gut erschlossenes, nächstes Winterlager anbieten, bevor es dann (hoffentlich im nächsten Jahr) entlang der Stiefelsohle in Richtung Adria gehen soll.

Countdown: 52 Tage bis zum Frühling und die letzten Stunden der Vendee Globe

Während sich der Corona-Winter gefühlt zäh immer mehr in die Länge zieht, sehne ich den Frühling herbei: Noch 7 Wochen.

Ich hoffe, dass die Infektionszahlen (trotz der aufgetretenen Mutationen) dann zurück gehen und wenigstens eines unserer beiden Boote wieder eingewassert werden kann.

Momentan sieht es jedenfalls nicht allzu gut für eine Fortsetzung unseres Rund Stiefel Trips Ende April in Süditalien aus. Italien verzeichnet derzeit rund 10.000 neue Corona Fälle pro Tag und verlangt bei der Einreise einen negativen PCR-Test. Das alleine wäre sicherlich kein Problem, generell wird aber dringend von nicht zwingend notwenigen Italien-Reisen abgeraten. Hierzu zählt zweifellos auch unser Segeltörn um die italienische Halbinsel. Auch das als Etappenziel angepeilte Malta, wirkt mit eigens für Einreisende eingerichteten Quarantäne-Kliniken auf uns derzeit nicht gerade einladend.

Photo by CDC from Pexels

Um mich von der Corona Tristesse etwas abzulenken, verfolge ich noch immer die Vendee Globe: Am inzwischen 80. Tag der Regatta geht es in der Biskaya mächtig zur Sache. Es läuft der Endspurt! Boris Herrmann, dem ich als ersten deutschen Teilnehmer natürlich die Daumen drücke, liegt gut im Rennen mit realistischen Chancen auf einen Podiumsplatz.

Bei der heute Abend anstehenden Zielankunft sind, wie schon beim Start keine Zuschauer zugelassen. Ein Ausflug an die französische Atlantikküste erübrigt sich also und ich verfolge das Rennen vom heimischen PC aus (Wahnsinn, es gibt sogar Zoom Live Streams von Bord).

Was mache ich bloss, wenn dieses Rennen vorbei ist und die segelfreie Zeit weiter andauert?

Zweite Welle im Homeoffice

Nachdem Corona Europa immer noch (oder inzwischen wieder) fest im Griff hat, versuche ich mich mit Bootsprojekten vom grauen November-Alltag abzulenken.

Um im nächsten Jahr hoffentlich mehr Nächte als bisher vor Anker verbringen zu können 😉 und dabei nicht auf den Kühlschrank verzichten zu müssen, haben wir uns entschieden, unser Bimini mit aufknöpfbaren Solarzellen auszurüsten. Die Mittelmeersonne soll unseren Energiebedarf (oder zumindest Teile davon) decken.

Ausserdem gab es ein Update von der Werft in Tropea. Dort lassen wir unter anderem das Unterwasserschiff neu aufbauen (und den Kiel entrosten, den die vorherige Werft verhunzt hat)

Vorher
Nach dem Sandstrahlen
und Nachher 🙂

Es geht voran, leider kam inzwischen aber auch schon die erste Rechnung von der Werft 😉

Eigentlich wollten wir zum Start der Vendee Globe im November einen kurzen Abstecher an die französische Atlantikküste machen, um dieses Segel-Spektakel live vor Ort zu verfolgen. Durch die Coronabeschränkungen war dies jedoch nicht möglich und so verfolge ich die gerade laufende Regatta mit großem Interesse vom heimischen Sofa aus.

Auch die Etappenplanung fürs nächste Jahr (alle Corona-Daumen gedrückt) schreitet voran. Wir haben voraussichtlich zwei mal drei Wochen Zeit in denen ich gerne durch die Straße von Messina und nach Malta segeln würde. Wo wir dann im nächsten Winterlager landen, steht derzeit noch nicht fest, aber immerhin gäbe es sowohl auf Malta als auch auf Sizilien Flughäfen (sollte der Flugverkehr sich bis nächstes Jahr normalisieren, wäre das vermutlich die eleganteste Lösung). Auf jeden Fall wollen wir im Vergleich zu diesem Jahr nochmals langsamer um den Stiefel gondeln um uns vom Homeoffice Stress zu erholen.

Etappe 2020-21: Stromboli – Tropea (34 sm)

Zunächst herscht auch heute wieder Flaute. Dabei war bis gestern eigentlich noch schöner Segelwind vorhergesagt. Dieser lässt jedoch auf sich warten und soll nun erst gegen Abend kommen. So motoren wir auch auf unserer Schlussetappe ins Winterlager nach Tropea. Wieder werde ich wehmütig: Es ist erst Ende August und unser Segelsommer 2020 ist schon wieder zu Ende und das Boot wird Ende der Woche schon wieder fürs Winterlager ausgekrant.

Immerhin konnten wir im verrückten Corona-Jahr unsere Reise um den Stiefel überhaupt fortsetzen und das Thyrrennische Meer liegt nun in unserem Kielwasser.

Da das Boot in diesem Jahr nur 6 Wochen im Wasser war, hatten wir uns eigentlich entschieden diesen Winter kein neues Antifouling auftragen zu lassen.

Allerdings zeigen sich am Kiel, wie ich beim Tauchen feststellen konnte, grössere Rostbereiche unter abgeplatztem Antifouling. Hier hatte die Werft in Rom (ohne unseren Auftrag) eine spezielle Anti-Rost-Grundierung aufgetragen. Soviel dazu. Das muss weg.

Auch unser Motor soll natürlich wieder einen wohlverdienten Filter- und Ölwechsel erhalten und wir spielen mit dem Gedanken, das Teak in Zanzibars Cockpit aufarbeiten oder gleich durch einen Kunststoffbelag in Teakoptik ersetzen zu lassen. 

Vor allem die Fugen des aktuellen Belags haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und hinterlassen bei Berührung, speziell in nassem Zustand, auf Badehosen, Fingern, Füssen und dem umliegenden Gelcoat unschöne schwarze, schmierige Flecken.

Nach einiger Zeit überqueren wir den Patti Canyon mit mehr als 2000 Metern Wassertiefe. Wenn man drüber nachdenkt, beschleicht einen schon ein seltsames Gefühl: Unter uns ist 2km nichts.

Gut, dass der Tiefenmesser blinkend bei leichter verdaulichen 96 m stehen bleibt und sein ausgesendetes Signal nicht mehr empfängt: Zu tief!

Eine andere Sichtweise, die ich zum Thema Wassertiefe von einem Skipper einmal gehört hatte ist: Das Land ist gar nicht so weit weg, nur halt in eine ungewohnte Richtung 😉

Nach etwa zwei Stunden hoffe ich die Genua bei leichtem achterlichen Wind zur Hilfe nehmen zu können, aber der Wind ist zu leicht und das Segel schlägt im Seegang derart, dass ich es wieder einrolle. War wohl nix.

Unterwegs ist es heute ausserdem so diesig, dass man Sizilien am Horizont mehr erahnen als sehen kann.

Dann werde ich endlich erlöst und der erhoffte Wind kommt doch noch, so dass wir unter Genua unserem Winterlager in Tropea entgegen motorsegeln können.

Nach einer erneut recht versandeten Hafeneinfahrt (natürlich reagiert man auch hier nur widerwillig auf unsere Funksprüche) machen wir am letzten Liegeplatz des Urlaubs fest und Tatjana triezt mich, kurz nach dem Anleger noch das Vorsegel abzuschlagen.

Am ersten Hafentag steigen wir dann die 196 Stufen in die historische Altstadt hinauf und besichtigen das sehenswerte Örtchen. Ausserdem wird das Grosssegel eingetütet und im Waschsalon der Marina alles nochmal durchgewaschen, was über Winter an Bord bleiben soll.

Zum Glück haben wir beide Segel bereits im Boot verstaut als es Nachts das erste Mal seit langem regnet. Am nächsten Tag wird der Bordgrill gereinigt, der Aussenboarder verstaut und allerlei andere Jobs erledigt, die eben anstehen, wenn man sein Boot für längere Zeit verlässt.

Morgen steht nun eigentlich nur noch das Volltanken und das Leeren des Fäkalientanks an. Dann sollten wir bereit sein zum Auswassern. Ach ja, das mit dem Mietwagen mit dem wir nach Rom zum eigenen Auto zurück fahren wollen, erweist sich auch als schwieriger als gedacht: Die Autovermietung ist zu Fuss gut 1 Stunde vom Hafen entfernt und wir versuchen seit nun 2 Tagen herauszufinden, ob eine Übergabe des Wagens auch im Hafen und ggf. bereits am Vorabend möglich wäre.

Etappe 2020-20: Salina – Stromboli (26 sm)

Die heutige Etappe führt uns motorsegelnderweise über 26 Meilen von der Insel Salina nach Stromboli. Nach Schauergeschichten über hohe Bussgelder halten wir uns im Gegensatz zu einigen anderen Yachten peinlich genau an das 2019 erweiterte Sperrgebiet und hangeln uns mit einem Abstand von 2 Seemeilen der Nordwestküste Strombolis entlang.

Bemerkenswert finde ich, das zwar das alte Sperrgebiet noch mit Bojen markiert ist, nicht aber das neue. Die entsprechende Meldung des italienischen Innenministeriums gibt es ausschliesslich auf italienisch. Hmm…

Als wir näher kommen spuckt der Vulkan ein ums andere Mal ein dunkles Rauchwölkchen aus. Das hatte ich mir irgendwie spektakulärer vorgestellt. Jedenfalls ist das Spektakel keinesfalls mit dem zu vergleichen wie man Vulkane aus Filmen so kennt. Tatjana ist weniger enttäuscht, sie kennt Vulkane bereits von einem Aufenthalt auf Hawaii (vor meiner Zeit ;-))

Als wir am Bojenfeld ankommen, ist Savannah schon da und ankert etwas abseits (sogar der Tender hat hier einen AIS-Transponder). Irgendjemand in der Bucht hat wohl immer ein noch grösseres Spielzeug/Boot. Wenigstens geht das hier allen Booten so. Auch Giorgio Armani, dessen Yacht Main ebenfalls hier vor Anker liegt.

Wir lassen uns vom Bojenfeldbetreiber an Land bringen und machen nach Annikas allererster Dinghyfahrt einen Spaziergang durch den Ort.

Kurz nach Einbruch der Dunkelheit bricht geschäftiges Treiben im und ums Bojenfeld aus: Ein ums andere Boot geht Anker auf bzw. verlässt seine Boje. Haben wir eine Schwerwetterwarnung verpasst? Wo wollen die hin? Die meisten der aufbrechenden Boote haben kein AIS, doch plötzlich bemerke ich, dass auch Savannah nicht mehr da ist. Und siehe da: Ich kann bei Marinetraffic einige Boote an der Nordwestküste des Stromboli entdecken. Vielleicht verpassen wir hier grade ein tolles nächtliches Vulkanspektakel. Aber Annika schläft schon seelenruhig im Vorschiff und damit das so bleibt, werden wir an unserer Boje bleiben. Vielleicht kommen wir nächstes Jahr erneut hier vorbei um uns die „Vulkanseite“ des Strombolis bei Nacht anzusehen. Schliesslich liegen wir hier nur einen (relativ) kurzen Schlag von unserem Winterlager in Tropea entfernt.

Etappe 2020-19: Vulcano – Salina (12.5 sm)

Auch die heutige Etappe nach Salina startet windlos und wir motoren durch die Bocce di Vulcano und an der Westseite Liparis entlang nach Salina. Unterwegs passieren wir die Yacht Savannah, die ziemlich genau an unserem gestrigen Ankerplatz ankert und auf deren Vorschiff gerade Netze (vielleicht für Tennis?) aufgespannt werden. Offenbar wird der 140-Millionen-Dampfer sogar von der italienischen Küstenwache bewacht (und/oder bestaunt).

Über Mittag ankern wir in dann rund 5 Meter tiefem Wasser über schwarzem Sand und sehen von unserem Ankerplatz aus sowohl vor uns den Vulkan Stromboli, als auch hinter uns auf Sizilien den Ätna.

Für einen Aufenthalt über Nacht wären wir mir hier deutlich zu nahe an Land (und haben auch noch leichten auflandigen Wind). Während unserer Pause stelle ich ausserdem fest, dass wir uns in einer Zone befinden, in der Ankern eigentlich verboten ist. Das scheint aber auch unsere Nachbarboote hier nicht zu stören (auch das nach uns ankommende, das direkt schon mit gesetztem Ankerball durch die Bucht motort).

Da sich das zu Beginn noch kristallklare Wasser aber bald durch den Inhalt eines (fremden) Fäkalientanks trübt und wir ausserdem einige Quallen beobachten, verzichten wir auf ein Bad und laufen etwa Stunde später in den Porto delle Eolie ein.

Hier kostet der Hafenplatz tatsächlich nochmal mehr als in der Marina Grande auf Capri. Satte 190.- € werden hier für eine Nacht fällig. Zuzüglich Wasser und Strom versteht sich. Egal, wir haben Urlaub und kommen nur einmal hier vorbei.

Wir fahren das mit Abstand schlechteste Hafenmanöver des Urlaubs (auch weil die Luv-Heckleine ewig braucht, um zurückzukommen, Hafenmanöver mit „Luv-Heckleine zuerst“ scheinen mir inzwischen nur in Deutschland bzw. Nordeuropa verbreitet) und sind im Porto delle Eolie fest. Hier verbringen wir eine Nacht bevor es für uns über den Stromboli zurück zum Festland gehen soll. Bei der Anmeldung muss ich bestätigen, dass alle Personen an Bord über die sizilianische COVID App registriert sind (die Inselgruppe gehört verwaltungstechnisch zu Sizilien). Zwar fragt niemand nach wieviele Personen an Bord sind, aber immerhin.

Bei einem Strompreis von 1,40 € pro Kilowattstunde verzichten wir auf den Einsatz unserer liebgewonnenen Bordklimaanlage, die von Annika inzwischen den Spitznamen “Kli-Kli” bekommen hat und deren Betrieb sie mitunter lautstark einfordert. Nach dem Abendessen geht es für einen kurzen Spaziergang auf die Hafenmole, bevor wir ins Bett fallen.

Am nächsten Morgen erkunden wir den kleinen Ort, bevor wir zum Stromboli zu unserer letzten Station auf den Liparischen Inseln aufbrechen.

Etappe 2020-18: Panarea – Vulcano (18 sm)

Nach einer unruhigen Nacht an der Boje (warum müssen die Tender anderer Boote eigentlich die ganze Nacht in einem Affenzahn durchs Bojenfeld rasen???), erleben wir einen sehr sehenswerten Sonnenaufgang vor Panarea. 

Wir verzichten hier auf einen Landgang und versuchen stattdessen zur Übung direkt neben dem Bojenfeld auf sandigem Grund zu ankern. Aber unser Anker hält nicht. Wir sind eben blutige Anker-Anfänger. Wir versuchen unser Glück in einer anderen Bucht und brechen nach einem weiteren Misserfolg in Richtung Vulcano auf. 

Bevor wir in die “Marina” einfahren melden wir uns wie in Italien allgemein üblich per Funk an. Der arme Marinero am Steg funkt sogleich (auf dem selben Kanal) ins Büro: “Una barca inglese”. Oh Gott! Ein englisches Boot. Glücklicherweise wird er vom Büro umgehend beruhigt: “Si, è Zanzibar“. Man erwartet uns schon. Am uns bereits bekannten Schwimmsteg haben wir einen Platz für die Nacht, bevor wir nach Salina weiterziehen wollen. 

Mittags ankern wir endlich erfolgreich nahe Punta Crepazza am Südende von Lipari und baden vom Boot aus. Doch noch ein Erfolgserlebnis 😋. 

Da wir den Vulkan auf Vulcano ja schon kennen, lassen wir es langsam angehen und geniessen nach dem Anlegen die vom Landstrom versorgte Klimaanlage.

Am nächsten Morgen besichtigen wir das wegen COVID gesperrte örtliche (übelstriechende) Schlammbecken, bevor wir nach Salina aufbrechen. Dort wollen wir über Mittag vor dem Hafen erneut „Übungsankern“.

Etappe 2020-17: Lipari – Panarea (13 sm): Eine Nacht an der teuersten Boje der Welt, Verwirrung um eine Telefonnummer und ein fieses Stück Plastiktüte

Mangels Wind gab es heute erneut eine reine Motoretappe von Lipari zur Insel Panarea:

Der ansonsten recht ereignislose Abschnitt unserer Reise wurde gegen Ende dann doch nocheinmal unerwartet spannend:

Wir hatten bei Navily eine Boje im Campo Boe Peppemaria angefragt, dort aber nie eine Rückmeldung erhalten. Auf telefonische Nachfrage wurde uns eine Boje zugesagt. Bei Navily wurde trotzdem nicht bestätigt (das ging uns schon häufiger so und hat uns daher nicht allzusehr gewundert, vermutlich will man Provision sparen).

Als wir am Bojenfeld ankommen, werden unsere Funksprüche mal wieder nicht beantwortet. Telefonisch werden wir aber zu einem anderen Bojenfeld Baia di Drautto (das man auch bei Navily findet) etwas weiter südlich dirigiert und dort an eine Boje gehängt.

Später bemerken wir, dass die noch offene Navily Anfrage für das nördliche Bojenfeld nachmittags plötzlich doch bestätigt wurde. Eine Stornierung dort soll nun 75,- € kosten 🤯.

Interessant: Die beiden Bojenfelder liegen vielleicht 250 m auseinander und sind bei Navily unter einundderselben Telefonnummer und dem selben VHF Kanal zu erreichen (oder eben nicht). Sollen hier etwa Touristen abgezockt werden? Wir legen es drauf an und stornieren nicht. Wir waren ja da und wurden vom Betreiber an eine Boje ausserhalb des ursprünglich angefragten Bojenfelds verfrachtet. Anhand unseres GPS Tracks und unserer Anruflisten, lässt sich dies zweifelsfrei belegen. Vielleicht sehen wir als überkorrekte Deutsche hier aber auch einfach nur Gespenster.

Immerhin ist unsere Boje günstiger als befürchtet. Statt der bei Navily veranschlagten 250,- € bezahlen wir plötzlich (mit Karte und Quittung) „nur“ 100,- €. Trotzdem: Ein komisches Gefühl bleibt und wir sind gespannt, ob es bei Navily noch Probleme geben wird…

Immerhin waren wir hier endlich wieder einmal im Meer schwimmen und ich konnte Teile meiner Freediving Ausrüstung einweihen. Hierbei habe ich auch gleich ein Stück Plastiktüte aus den Flügeln unseres Propellers gezogen. Auf dem Weg nach Palmi waren uns nämlich erneut Drehzahlschwankungen unseres Dieselmotors aufgefallen, die vermutlich darauf zurückzuführen waren:

Etappe 2020-16: Vulcano – Lipari (7 sm und ein komischer Anruf)

Nach einer morgendlichen Wanderung hinauf zum Vulkan, sind wir heute gegen 12:30 von Vulcano aufgebrochen und haben uns auf den Weg ins nur 4 Seemeilen entfernte Lipari gemacht.

Unterwegs haben wir die neuen Reffleinen markiert (sie sind noch etwas zu lang und sollen bei Gelegenheit eingekürzt werden) und sind anschliessend ziellos unter vollen Segeln vor Lipari herumgekreuzt.

Nach einer beinahe Kollision mit einem italienischen Segelboot (er unter Motor, wir unter Segeln) entdecken wir beim Blick auf unser Handy einen Anruf der Marina unseres angedachten Zielhafens. Wir versuchen natürlich sofort zurück zu rufen, es ist aber grade Siesta und wir erreichen niemanden. Aufgrund der angespannten Liegeplatzsituation auf den Liparischen Inseln im August werde ich etwas unruhig und wir entscheiden ahnungslos zu tun und umgehend unseren Zielhafen anzulaufen. 

Wir werden nach kurzem Funkkontakt am Liegeplatz an einem Schwimmsteg in der offenen Bucht vertäut und erleben mit, wie abends ein Partyboot nach dem anderen am Steg festmacht. Ferragosto: Spring Break auf italienisch. Der Grund für den Anruf, lässt sich nicht herausfinden.

Egal! Spät abends wird der letzte uns noch fehlende Liegeplatz auf den Liparischen Inseln bestätigt. Wir hatten zwischenzeitlich befürchtet, vor unserem schon länger gebuchten Aufenthalt am Stromboli, noch einmal nach Sizilien oder zum italienischen Festland zurück zu müssen.

Morgen geht es für uns nach einer Erkundungstour durch Lipari an die teuerste Boje der Welt nach Panarea. Vielleicht sollte man die Liparischen Inseln eher nicht im August besuchen 🤪.

Etappe 2020-15: Milazzo – Vulcano – Lipari (Inselmitte) – Vulcano (79.9 (oder eher 26) sm) und wieder GPS Probleme

Heute wollen wir es wagen und in Porto Levante auf Vulcano zum ersten Mal mit eigenem Boot eine Nacht vor Anker verbringen. Trotz bedrohlicher Wolken am Himmel brechen wir früh morgens auf. Wir wollen möglichst vor der Mittagszeit am Ankerplatz sein und verzichten daher auch weitgehend auf das potentiell mögliche Kreuzen in Richtung Etappenziel.

Als wir um viertel vor zwölf in der Bucht ankommen, traue ich meinen Augen kaum. Über 30 Boote ankern hier bereits so dicht aneinander gedrängt, dass der Coronamindestabstand zwischen den Boot kaum eingehalten werden kann 😉. Im Ernst: Mit mitteleuropäischem Sicherheitsbedürfnis ist ein Ankern hier nicht möglich (und weiter draussen ist es für unsere 50 m Kette schlicht zu tief).

Wir rufen also bei den beiden Schwimmstegen in der Bucht an: Einmal kassieren wir direkt eine Absage, einmal sollen wir es nach 14 Uhr wieder versuchen. Na toll! Wir tuckern langsam in Richtung Lipari und versuchen unser Glück dort. Keine Chance! Immer noch ist wegen Ferragosto alles ausgebucht. Für heute ist nichts mehr zu bekommen. Wir gehen also unsere Alternativen durch (und ziehen auch in Betracht wieder nach Sizilien selbst zurück zu fahren, das wären weitere 20 Seemeilen). Aber wir haben Glück und bekommen um 14 Uhr tatsächlich einen Platz in der Baia Levante an einem abenteuerlichen Schwimmsteg. War wohl nichts mit ankern.

Auf unserem Weg nach Lipari spielte das GPS Signal auf dem iPad Wieder derart verrückt, dass wir teilweise scheinbar in der Mitte der Insel segeln, statt der Küste entlang. Wieder zeigen sich wie schon in Ischia Positionsabweichungen Richtung Nord-West:

Diesem Phänomen möchte ich unbedingt nachgehen, sobald ich zuhause wieder “schnelles” Internet habe.

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf: Wir wollen den örtlichen Vulkan erklimmen, der der Namensgeber für Vulkane generell sein soll. In der römischen Mythologie gilt die Insel Vulcano als Schmiede des Vulcanus, dem römischen Gott des Feuers.

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