Etappe 2021-3: Messina – Giardini Naxos/Taormina 28.2 sm und ein herrlicher Segeltag

Auch unser zweiter Seetag in der Strasse von Messina startet früh morgens. Die Strömung steht günstig und wir können bereits kurz nach dem Verlassen der Marina in Messina das Vorsegel setzen und segeln mit bis zu 25 Knoten achterlichem Wind in Richtung Süden.

Es herrscht dichter Verkehr, doch wir segeln etwas ausserhalb des Fahrwassers problemlos unserem Etappenziel entgegen. Wir kommen dank mitlaufender Welle gut voran und erreichen das angepeilte Bojenfeld zwischen Taormina und Giardini Naxos bereits am frühen Nachmittag. Nach einer Badepause im Meer lassen wir uns mit einem Shuttle des Bojenfeldbetreibers an Land bringen und erkunden die Strandpromenade von Giardini Naxos.

Immer wieder fällt uns bei diesem Spaziergang, die überall auf den Strassen verteilte Vulkanasche des nahen Ätna auf.

Symbolbild (einige Tage später in Catania aufgenommen)

Der Vulkan ist gerade derart aktiv, dass unser naher Rückflug-Flughafen in Catania kürzlich wegen Aufräum- und Reinigungsarbeiten kurzzeitig geschlossen werden musste.

Nach der unruhigsten (Vollmond-)Nacht die wir bisher an einer Boje hatten (1 Meter seitlichem Schwell in Kombination mit Flaute) ist unser Tag/Nacht Rhythmus durch den unruhigen Liegeplatz derart ruiniert, dass wir uns am Folgetag erst kurz vor der Mittagszeit von einem Taxi nach Taormina fahren lassen. Das war eigentlich anders geplant.

Nun denn, wir spazieren durch die malerische Altstadt und probieren sizilianische Arancini und allerlei Süssspeisen, bevor wir den Blick aus dem antiken Theater hinüber zum Ätna geniessen.

Da ich die Installation der neu angeschafften Solarzellen auf unserem Bimini in Messina zwar begonnen, die Verkabelung jedoch noch nicht abgeschlossen habe, starten wir nach unserer Rückkehr zum Boot am Nachmittag den Dieselmotor um ausreichend Strom für den Kühlschrank zur Verfügung zu haben.

Morgen wollen wir weiter nach Catania segeln und vom dort aus eventuell einen Abstecher zum nahen Vulkan machen. Erneut ist Wind vorhergesagt der gegen Nachmittag zunehmen soll. Wir wollen daher erneut bereits gegen 8 Uhr morgens aufbrechen.

Da Malta gestern vom RKI erneut zum Corona Risikogebiet erklärt wurde und ein Abstecher dorthin innerhalb unseres nur dreiwöchigen Urlaubs ohnehin erheblichen Aufwand bedeuten würde, haben wir entschieden, auf einen Besuch dort zu verzichten. Falls es die Situation es erlaubt, wollen wir im Herbst gegebenenfalls erneut zum Boot fliegen und dieses Highlight dann nachholen.

Etappe 2021-2: Palmi – Messina 19.6 sm: Die berühmte Strasse von Messina

Um 08:15 legen wir in Palmi ab und haben den Wind wie so häufig direkt von vorn. Die Strecke bis zur Einfahrt der Strasse von Messina verläuft von einer vorbei treibenden OP-Maske einmal abgesehen unspektakulär. Offenbar hat die Corona Pandemie auch Einfluss auf andere, weniger offensichtliche Bereiche unseres Lebens. Um 10:43 Uhr geht es los: Wir erreichen den Eingang der Strasse von Messina. Von Sizilien kommende böige Fallwinde würden ein Am-Wind-Segeln zulassen. Da wir aber überhaupt nicht wissen, was uns auf dem folgenden Streckenabschnitt so erwartet, verzichten wir. Wir motoren knapp ausserhalb des Fahrwassers nach Süden und begegnen zahlreichen traditionellen Schwertfischerbooten. Unserem Timing sei Dank bemerken wir von der berüchtigten Strömung nur einzelne konfuse Wasserverwirbelungen. Es wirkt teilweise so, als würde die See kochen. Insgesamt aber kein grosses Problem und so legen wir bereits um kurz vor 12 an einem Fingersteg der Marina del Nettuno in Messina an und ich dichte potentielle Leckagen auf unserer Steuerbordseite an Deck mit Sikaflex ab.

Nach unserer ersten unruhigen Nacht im Schwell der Strasse von Messina erkunden wir die Stadt und pilgern zum bestens sortierten Shipchandler um Zubehör zur Gelcoat Ausbesserung sowie ein Stück Motordämmmatte zu kaufen. Letztere hatte sich auf dem Weg nach Messina von der Decke des Motorraums gelöst.

An Tag 2 sind wir nach einem netten Gespräch mit einem älteren Herrn (der gerne wieder einmal deutsch sprechen wollte und uns auf der Strasse offenbar sofort als deutsche Touristen erkannt hatte) morgens zur etwas erhöhten Kirche Christo Re gepilgert und haben von dort die Aussicht über die Stadt und die Strasse von Messina genossen. Anschliessend statten wir dem örtlichen Botanischen Garten einen Besuch ab, bevor wir in einem Tante Emma Laden (auf Empfehlung des Shipchandlers) tatsächlich Gaskartuschen für unseren Bordgrill bekommen.

Nach dem Mittagessen an Bord können wir beobachten, wie das riesige Kreuzfahrtschiff “Costa Smeralda” nach Rom aufbricht um von dort aus innerhalb von 8 Tagen mit über 6000 Passagieren das Mittelmeer zu erkunden.

Nach dem Trocknen der Bilge und der Vermessung unseres Biminis als Vorbereitung der Solarinstallation wollen wir morgen früh weiter nach Giardini Naxos und dort für zwei Nächte an einer Boje festmachen.

Aufgrund der Strömungsvorhersage planen wir unsere Abfahrt erneut bereits gegen 8 Uhr früh.

Etappe 2021-1: Tropea – Palmi 21.7 sm – Das Abenteuer geht weiter

Nachdem der uns für den angeschliffenen Gelcoat angebotene Nachlass mit 50,- € lächerlich niedrig ausfällt, liegen wir kurz nach unserem Ablegen in Tropea gegen halb zehn Uhr morgens wieder an der Werftmauer und lassen den Schaden beheben. Ich bin sehr gespannt wie lange das dauern wird und wie gut das Endergebnis dann sein wird…

Nach zirka 2 Stunden und getaner Arbeit haben wir natürlich auch hier wieder eine „It‘s the same colour“ Diskussion. Der neu aufgebrachte Gelcoat hat natürlich nicht (!) die richtige Farbe. Schön geschliffen ist er auch nicht. Wir lassen es trotzdem gut sein. Der Skipper wird sich dieser Stelle nochmal selbst widmen. So, bekomme ich das allemal auch selbst hin.

Anschliessend haben wir auf unserem Weg nach Palmi zunächst etwa 15 Knoten Wind direkt auf der Nase und motoren deshalb durch eine unangenehme seitliche Welle. Nachdem wir das Capo Vaticano passiert haben, können wir die Genua etwas zur Hilfe nehmen um gegen die 2 Knoten Strömung die uns aus der Strasse von Messina entgegen kommen besser voran zu kommen. Wie schon bei unserem ersten Aufenthalt werden wir auch heute im Yachtclub in Palmi herzlichst empfangen. Wieder schenkt man uns eine Flasche Prosecco. Wenn uns hier jetzt keiner ins Boot fährt kann der Urlaub beginnen.

Nach dem Anleger beschäftigt uns bereits die morgen anstehende Etappe: Die an der engsten Stelle nur 3 Kilometer breite Strasse von Messina, in der die Strömung bis zu 6 Knoten betragen kann, nötigt uns einigen Respekt ab. Wir planen gegen 8:30 Uhr hier aufzubrechen, um gegen 11 Uhr bei „slack“ also Null Strömung an der Einfahrt zur Strasse zu sein. Danach kippt die Strömung gegen uns. Von der Einfahrt der Strasse bis zur Marina sind es dann allerdings nur noch etwa 8 Seemeilen also etwa 1.5-2 Stunden.

Von 0 auf 100 in unter 27 Stunden – Willkommen zurück in Italien!

Nach einem gut zweistündigen Flug und einem anschliessenden, halsbrecherischen Transfer vom Flughafen zur Werft sind wir wieder heute endlich wieder zurück an Bord.

Da wir an einem Freitag Mittag, kurz vor Feierabend ankommen, liegt unser Boot bereits im Wasser und ist längsseits an einer Mauer auf dem Werftgelände festgemacht. Nach dem Begleichen unserer Rechnung 🤫 hilft man uns trotz des nahen Wochenendes noch unsere zahlreichen Gepäckstücke an Bord zu hieven.

Dann sind wir auf uns gestellt: Feierabend! Strom oder Wasser gibt es hier nicht. Das ist aber kein Problem, wir haben für die ersten Nächte einen Hafenplatz in der Marina im selben Hafenbecken reserviert und müssen uns lediglich dorthin verholen. Die ca. 5 Knoten auflandiger Wind sind dann beim Eindampfen in die Spring beim Ablegen auch gar nicht das Problem. Leider aber hat die Mauer an der wir liegen einen Vorsprung, der nicht auf Höhe unserer Bordwand sondern deutlich darüber (auf Höhe unserer Relingsoberkante) liegt. Nach einigem improvisierten Hin- und Her- (vermutlich war ich beim Eindampfen in die Spring nach so langer Bootsabstinenz etwas zu zaghaft) schaffen wir es freizukommen und verholen uns problemlos auf unseren Liegeplatz unmittelbar vor der lokalen Pizzeria. Abends schlage ich noch die Sprayhood an, bevor der Tag bei Pizza und Bier ausklingt.

Nachts gegen viertel vor vier werden wir tatsächlich von Regen geweckt und bauen halsüberkopf unsere Klimaanlage ab. Gleichzeitig bemerken wir einen Regenwassereinbruch über zwei Lampen an unserer Salondecke steuerbords. Da haben wir also schon einen weiteren Punkt auf unserer To-do Liste.

Am nächsten Morgen trocknen wir die Motorbilge und bringen das Bimini an. Nach zwischenzeitlichen Regenpausen folgen am Nachmittag das Grosssegel und die Lazybags. So langsam sieht Zanzibar schon wieder wie ein Segelboot aus…

Anschliessend spielt Annika etwas am nahen Sandstrand und ich buche den nächsten Hafenplatz in der Marina di Palmi, die wir ebenfalls bereits von einem Besuch im Vorjahr kennen. Wir wollen es langsam angehen lassen und uns schrittweise der Strasse von Messina nähern, die uns doch einiges an Respekt abverlangt.

Obwohl wir bei der örtlichen Werft durch den Neuafbau (inkl. Sandstrahlen) des Unterwasserschiffs rund 20% das Schiffswertes investierten, gibt es auch hier wieder etwas zu meckern: Wir hatten auch die Aufarbeitung des Teaks im Cockpit in Auftrag gegeben. Man sagte uns zwar, dass das schwierig sei, da das Teak nur noch sehr dünn sei, unsere Beschwerde hat aber nichts mit dem tatsächlich sehr dünnen Teak zu tun. Viel mehr mit der Arbeitsweise des Mitarbeiters, der das Teak abgeschliffen hat. Offenbar ist er beim Schleifen davon ausgegangen, dass das Teak über dem umliegenden Gelcoat liegt. Das war jedoch leider nicht überall der Fall. Man hat sich anschliessend noch nicht einmal die Mühe gemacht, den Fehler zu beheben/vertuschen…

Doch es kommt noch doller: Gegen 19 Uhr als wir gerade unter Deck zu abend essen, kracht ein Boot Anker voraus in unsere Backboardseite. Verständlicherweise sind wir etwas aufgeregt als wir vom Abendessen aufspringen und beim Abdrücken des fremden Ankers von unserer Bordwand helfen. Vom Vorschiff, des mit dem Wind einparkenden Bootes wird uns gleich signalisiert: Kein Problem! Kann man alles wegpolieren. Von wegen! Wir nehmen uns vor, auf eine Regelung durch die gegnerische Versicherung zu bestehen. Ein ähnlicher, in Rom reparierter Gelcoatschaden (vom netten „Fahrerflucht Franzosen“ in Genua) hatte immerhin mit rund 300,- EUR zu Buche geschlagen.

Anschliessend passiert dann zunächst etwa 1.5h nichts. Als Tatjana(!) nachdem sich alle etwas beruhigt hatten zum Boot des Unfallgegners spaziert und fragt, wie wir mit dem Unfallschaden denn nun umgehen sollten, wird Ihr vom Skipper ein unfreundliches „Domani Mattina“ („Morgen früh“) entgegengeraunt. Kein Wort der Entschuldigung, Nichts!

Auch als sich auf dem 3 Plätze weiter entfernt liegenden Boot gegen halb elf am nächsten Morgen schliesslich endlich etwas regt, werden wir beim erneuten Nachfragen auf „später“ vertröstet. Man habe Urlaub und möchte zunächst in einem Cafe am Hafen einen Kaffee trinken gehen.

Schliesslich bequemt sich einige Zeit später dann doch noch ein Besatzungsmitglied zu uns. Er möchte zunächst den Schaden begutachten und Fotos machen. Ich bitte ihn an Bord und nach kurzer Inspektion unserer Backboardseite sieht er ein, dass die von mir bereits gemachten Fotos wohl genügen..

Wir tauschen die Fotos und Handynummern aus und er verspricht, ein Foto seine Versicherungspapiere zu schicken. Na ob das klappt? Willkommen zurück in Italien!

Noch eine Woche: Sich permanent ändernde Einreisebestimmungen sorgen für Kopfzerbrechen. Immerhin, unsere Solarzellen sind bereits in der Werft angekommen

Morgen in einer Woche wollen wir den Flieger in Richtung Italien besteigen. Wir müssen noch packen, klar. Mehr beschäftigt mich derzeit aber die Frage, ob ich bei den doch recht komplexen Reisebestimmungen auch wirklich nichts übersehen habe, was unserer Reise noch im Wege stehen könnte. Die Coronasituation ist trotz aktuell recht niedriger Fallzahlen kompliziert. Die aufkommende Delta-Variante sorgt für einige Unsicherheit. Daran muss man sich aber wohl gewöhnen, wenn man wie wir in einer „Pandemiepause“ ins Ausland reisen möchte.

Immerhin ist inzwischen ganz Italien „weisse Zone“. Es gibt also nur noch relativ leichte Einschränkungen wie Maskenpflicht und Abstandhalten.

Auch die Einreisebestimmungen sind moderat:

  • Kinder unter 6 Jahren (und somit auch Annika) sind bei der Einreise aus der Schweiz von der Testpflicht ausgenommen.
  • Tatjana und ich haben jeweils ein digitales Impfzertifikat und sollten daher ebenfalls ohne weiteren Test nach Italien einreisen dürfen.

Zur Sicherheit habe ich die gebuchten Testslots am Abflugtag allerdings noch nicht gecancelt, man weiss ja nie.

Die Tatsache, dass ich ein Impfzertifikat aus der Schweiz, Tatjana aber eines aus Deutschland hat, stellt für Italien kein Problem dar. Wohl aber für Malta. Dorthin dürfte Tatjana (mit EU Zertifikat) inzwischen ohne Test reisen. Solange die EU das schweizer Zertifikat jedoch noch nicht vollständig anerkennt, bräuchte ich allerdings einen negativen PCR Test… Ich bin gespannt, ob sich das (wie inzwischen angekündigt) in den nächsten Tagen noch ändert (und ob wir zeitmässig überhaupt in der Verlegenheit kommen, einen Abstecher nach Malta in Betracht zu ziehen). Immerhin, würde Annika (und generell Kinder bis 5 Jahre) auch in Malta keinen negativen Test mehr benötigen.

Eine andere Sorge ist, dass unser Boot rechtzeitig fertig wird. Natürlich kennt die Werft unseren Anreisetag. Natürlich hat sie zugesagt, uns am Freitag den 16. Juli kurz vor Feierabend noch zu kranen. Ob aber sämtliche in Auftrag gegebene Arbeiten erledigt sind entzieht sich meiner Kenntnis. Die vormals sehr reaktionsschnelle Werft wird beim Beantworten meiner Anfragen per eMail oder WhatsApp zunehmend einsilbig und träge. Das letzte Update ist schon eine ganze Weile her und beunruhigte mich mit dem Plan man wolle mit den noch ausstehenden Arbeiten noch warten und diese erst Anfang Juli erledigen. Na ob das klappt. Ich versuche optimistisch zu bleiben.

Inzwischen wurden auch unsere Solarzellen durch UPS an die Werft geliefert (ich hoffe, dass sie in der letzten Woche vor unserer Anreise dort nicht verschwinden).

Es bleibt spannend…

Noch 6 Wochen! Gelbe Heftchen mit kleinen, weissen Aufklebern und eine Entscheidung in Sachen Winterlager

Ich fiebere unserem Italien Urlaub entgegen und hoffe inständig, dass uns Corona keine (weiteren) Knüppel zwischen die Beine wirft.

So langsam wird es konkret: Nächste Woche soll mit Tatjanas zweitem Impftermin der Impfstatus der erwachsenen Crewmitglieder komplettiert werden. Sollten sich die italienischen Einreiseregularien dann bis zu unserer Abreise nicht mehr ändern, planen wir anschliessend, kurz vor dem Abflug einen Coronatest am Flughafen durchführen zu lassen. Wie wir inzwischen herausgefunden haben, gibt es dort für Kleinkinder sogenannte Nuckeltests, die (so hoffen wir) für Annika angenehmer als die üblichen Standardabstriche sein sollten.

Unsere neu gekauften Solarzellen werden die Reise zum Boot kurz vor uns per UPS antreten. Zu aufwändig und unsicher erschien es uns diese als Aufgabegepäck mit zu nehmen.

Unser Winterlager 2021/22 haben wir inzwischen aufgrund der immer noch unsicheren und unklaren Corona-Regularien auf Malta in den Porto Turistico Marina di Ragusa im Süden Siziliens verlegt.

Hier soll Zanzibar (zum ersten Mal seit wir Port Grimaud 2019 verlassen haben) im Wasser überwintern. Die Möglichkeit eines Winterlagers an Land gibt es hier nicht. Das Boot über einen so langen Zeitraum unbewohnt im Wasser zu lassen, fühlt sich für mich etwas komisch an, hat aber den Vorteil, dass ich im Herbst oder Winter einfach noch einmal zum Boot fliegen könnte um ggf. erste Einhand-Erfahrung mit Zanzibar zu sammeln. Mit dem Marinabetreiber ist die Option den Liegeplatz zwischenzeitlich zu verlassen und zurückzukehren jedenfalls bereits abgesprochen. Auch sonst macht die Marina nach dem bisherigen Schriftwechsel einen seriösen und gut geführten Eindruck. Anfragen meinerseits wurden bisher stets prompt beantwortet und wir kennen sogar schon die Platznummer unseres Liegeplatzes ab dem 1. August 2021.

Ein Nachteil von Marina di Ragusa sind die fast 2 Stunden Fahrtzeit zum nächstgelegenen Flughafen in Catania. Immerhin fliegt Easyjet von dort aus aber direkt ins heimische Basel und wir müssen nicht wie von Malta einen Umweg über Genf in Kauf nehmen.

Kurz nach unserer Entscheidung unser Boot in Sizilien zu überwintern, kam Malta dann doch noch zur Vernunft: Inzwischen wird ein negativer PCR Tests nur noch von Einreisenden verlangt, die älter als 5 Jahre sind. Möglicherweise, komme ich ja doch noch zur ersehnten Stippvisite in diesem südeuropäischen Inselstaat…

Auf Los geht’s los? Noch etwas mehr als 2 Monate…

Noch immer ist die geplante Fortsetzung unserer Reise mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Denn noch immer bestehen durch Corona zahlreiche Reisebeschränkungen (Italien) und Quarantäneverpflichtungen (Malta). Dennoch: Wir glauben das Licht am Ende des Tunnels erkennen zu können. Der erwachsene Teil der Crew ist bereits mit jeweils einer Dosis gegen Corona geimpft und wir haben einen Flug nach Italien für Mitte Juli gebucht. Eine Anreise mit dem Auto (durch sämtliche Regionen Italiens) erscheint uns derzeit doch zu unsicher (und wäre zumindest momentan auch noch gar nicht zulässig). Ausserdem sind es fast 2’000 km zum Boot. Das würde mit dem Auto mindestens 2 Tage dauern. Da wir dieses Jahr leider nur 3 Wochen Zeit/Urlaub haben, wollen wir möglichst wenig Zeit mit der Anreise im Auto verplempern und möglichst viel Zeit zum Segeln zur Verfügung haben.

Notfalls müssen wir die gebuchten Flüge eben umbuchen oder stornieren. Easyjet wurde durch die Pandemie diesbezüglich erfreulich flexibel.

Viel flexibler als unser angepeiltes Winterlager-Ziel Malta: Dort verlangt man zur Einreise momentan doch tatsächlich auch von Kleinkindern und Säuglingen einen negativen PCR-Test (der nicht älter als 72 Stunden sein darf). Da wir Annika (aus rein touristischen Gründen) das unangenehme Test-Prozedere eigentlich nicht zumuten wollen (schon gar nicht in einer Umgebung in der wir die Sprache kaum sprechen) fahren wir derzeit mehrgleisig: Sollte Malta die Einreiseregeln bis Ende Juli noch lockern, würden wir gerne nach Malta segeln, das Boot dort überwintern und von dort aus zurück in die Schweiz fliegen. Sollten sich die Bestimmungen nicht ändern, würden wir dieses Jahr schweren Herzens in Italien bleiben, die Ostküste Siziliens und die Strasse von Messina ausgiebig erkunden und unser Winterlager hier aufschlagen. Malta würden wir dann erst im nächsten Jahr besuchen. Die Flexibilität von Easyjet macht’s möglich.

Doch auch auf Sizilien muss sich vor unserer Ankunft noch etwas ändern: Aktuell gilt Sizilien innerhalb Italiens noch als „orange Zone“ mit relativ vielen Einschränkungen. Auch bei der Einreise aus anderen Regionen Italiens. Erleichterungen gibt es für Kinder bis 2. Ob diese auch für zweijährige Kindern gelten (oder mit deren 2. Geburtstag enden) ist uns aktuell nicht wirklich klar. Einfacher wäre es, wenn Sizilien zur gelben oder gar weissen Zone umdeklariert würde. Das ist aktuell für Montag den 17. Mai in Aussicht gestellt.

Es bleibt spannend…

Endlich Frühling! Aber: Italien befindet sich im Lockdown 😭 – Immerhin unser „Erstboot“ ist wieder im Wasser…

Nachdem die Coronafallzahlen in Italien bereits seit einiger Zeit immer weiter angestiegen sind, hat die italienische Regierung zur Eindämmung der Pandemie nun leider zum dritten Mal einen Lockdown verhängt: Bis mindestens 6. April sind alle Schulen, Geschäfte und Restaurants geschlossen. Das eigene Zuhause darf nur aus triftigem Grund verlassen werden. Unser urpsrüglich für Ende April geplanter Italienurlaub rückt damit noch weiter in die Ferne. Uns bleibt nur die Hoffnung, dass sich die COVID Lage baldmöglichst entspannt und wir unsere Segelreise dann vielleicht im Spätsommer unbeschwert fortsetzen können.

Erneut Corona-Pause bei „Rund Stiefel“

Als Alternative zum eigentlich geplanten Segeltörn in Süditalien planen wir nun vermehrt Kurztrips zu unserem Erstboot am Neuenburgersee in der Schweiz. Die ersten frühlingshaften Tage haben wir deshalb genutzt, um Boomerang einen neuen Antifoulinganstrich zu verpassen und eine kleine Macke am Bug, die durch Kontakt des Bootes mit dem Trailer beim Auskranen verursacht wurde zu spachteln und beizulackieren. Nun hoffen wir (erneut), dass das Infektionsgeschehen in der Schweiz unseren Alternativplänen nicht auch in die Quere kommt. Während der ersten Welle war unser Heimathafen nämlich schon einmal wegen Corona gesperrt und auch Reisen innerhalb der Schweiz sollten damals vermieden werden. Immerhin konnten wir das Boot wie geplant am 18. März einkranen. Ein wichtiges Etappenziel, das die Stimmung des Skipper direkt positiv beeinflusst hat. Ostertörn, wir kommen…

Erstboot beim Einkranen

Um das Projekt „Rund Stiefel“ nicht völlig aus den Augen zu verlieren und auch um sonst trotz Corona und segelfreier Zeit im Winter positiv zu bleiben und nach vorn zu schauen, habe ich bereits unsere nächsten Italien-Etappen durch die Strasse von Messina und hinüber zur Insel Malta geplant.

Sobald wir wieder dürfen, sollen uns insgesamt sieben Etappen von Tropea nach Malta führen:

  • Tropea – Palmi (21 sm)
  • Palmi – Messina (19 sm)
  • Messina – Giardini Naxos (28 sm)
  • Giardini Naxos – Catania (25 sm)
  • Catania – Siracusa (30 sm)
  • Siracusa – Marzamemi (24 sm)
  • Marzamemi – Valletta (62 sm)

Eine Gastlandflagge für Malta haben wir jedenfalls bereits an Bord. Ausser einer (für uns) laaaaaangen Etappe und eben Corona steht unserem Abstecher dort hin also nichts mehr im Wege.

Eigentlich war ich davon ausgegangen, es dieses Jahr deutlich weiter als bis nach Malta zu schaffen. Dieses Inselchen hatte ich eher als nettes Zwischenziel für den Oster- oder Pfingsturlaub angepeilt. Sollten wir dieses Jahr aber tatsächlich nur drei Wochen im Spätsommer im Mittelmeer segeln können, würde sich Malta durchaus auch als gut erschlossenes, nächstes Winterlager anbieten, bevor es dann (hoffentlich im nächsten Jahr) entlang der Stiefelsohle in Richtung Adria gehen soll.

Countdown: 52 Tage bis zum Frühling und die letzten Stunden der Vendee Globe

Während sich der Corona-Winter gefühlt zäh immer mehr in die Länge zieht, sehne ich den Frühling herbei: Noch 7 Wochen.

Ich hoffe, dass die Infektionszahlen (trotz der aufgetretenen Mutationen) dann zurück gehen und wenigstens eines unserer beiden Boote wieder eingewassert werden kann.

Momentan sieht es jedenfalls nicht allzu gut für eine Fortsetzung unseres Rund Stiefel Trips Ende April in Süditalien aus. Italien verzeichnet derzeit rund 10.000 neue Corona Fälle pro Tag und verlangt bei der Einreise einen negativen PCR-Test. Das alleine wäre sicherlich kein Problem, generell wird aber dringend von nicht zwingend notwenigen Italien-Reisen abgeraten. Hierzu zählt zweifellos auch unser Segeltörn um die italienische Halbinsel. Auch das als Etappenziel angepeilte Malta, wirkt mit eigens für Einreisende eingerichteten Quarantäne-Kliniken auf uns derzeit nicht gerade einladend.

Photo by CDC from Pexels

Um mich von der Corona Tristesse etwas abzulenken, verfolge ich noch immer die Vendee Globe: Am inzwischen 80. Tag der Regatta geht es in der Biskaya mächtig zur Sache. Es läuft der Endspurt! Boris Herrmann, dem ich als ersten deutschen Teilnehmer natürlich die Daumen drücke, liegt gut im Rennen mit realistischen Chancen auf einen Podiumsplatz.

Bei der heute Abend anstehenden Zielankunft sind, wie schon beim Start keine Zuschauer zugelassen. Ein Ausflug an die französische Atlantikküste erübrigt sich also und ich verfolge das Rennen vom heimischen PC aus (Wahnsinn, es gibt sogar Zoom Live Streams von Bord).

Was mache ich bloss, wenn dieses Rennen vorbei ist und die segelfreie Zeit weiter andauert?

Zweite Welle im Homeoffice

Nachdem Corona Europa immer noch (oder inzwischen wieder) fest im Griff hat, versuche ich mich mit Bootsprojekten vom grauen November-Alltag abzulenken.

Um im nächsten Jahr hoffentlich mehr Nächte als bisher vor Anker verbringen zu können 😉 und dabei nicht auf den Kühlschrank verzichten zu müssen, haben wir uns entschieden, unser Bimini mit aufknöpfbaren Solarzellen auszurüsten. Die Mittelmeersonne soll unseren Energiebedarf (oder zumindest Teile davon) decken.

Ausserdem gab es ein Update von der Werft in Tropea. Dort lassen wir unter anderem das Unterwasserschiff neu aufbauen (und den Kiel entrosten, den die vorherige Werft verhunzt hat)

Vorher
Nach dem Sandstrahlen
und Nachher 🙂

Es geht voran, leider kam inzwischen aber auch schon die erste Rechnung von der Werft 😉

Eigentlich wollten wir zum Start der Vendee Globe im November einen kurzen Abstecher an die französische Atlantikküste machen, um dieses Segel-Spektakel live vor Ort zu verfolgen. Durch die Coronabeschränkungen war dies jedoch nicht möglich und so verfolge ich die gerade laufende Regatta mit großem Interesse vom heimischen Sofa aus.

Auch die Etappenplanung fürs nächste Jahr (alle Corona-Daumen gedrückt) schreitet voran. Wir haben voraussichtlich zwei mal drei Wochen Zeit in denen ich gerne durch die Straße von Messina und nach Malta segeln würde. Wo wir dann im nächsten Winterlager landen, steht derzeit noch nicht fest, aber immerhin gäbe es sowohl auf Malta als auch auf Sizilien Flughäfen (sollte der Flugverkehr sich bis nächstes Jahr normalisieren, wäre das vermutlich die eleganteste Lösung). Auf jeden Fall wollen wir im Vergleich zu diesem Jahr nochmals langsamer um den Stiefel gondeln um uns vom Homeoffice Stress zu erholen.

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