Etappe 2020-3: Anzio – Ponza (41.7 sm)

Leider liess der für heute angekündigte Wind zunächst auf sich warten und wir motorten nach dem Ablegen um 6:30 Uhr in Anzio die ersten Stunden in Richtung Ponza. Highlight des Morgens war ausser dem noch schlafenden Kind im Vorschiff ein Schwarm Sardinen, der durch Luftsprünge versuchte seinen Jägern zu entkommen.

In Ponza haben wir über Navily einen exclusiven (oder zumindest sehr teuren) Liegeplatz gebucht. Satte 143,- € werden hier pro Nacht für unsere 34 Fuß fällig. Im Vergleich zu den Preisen hier, war selbst Monaco ein Schnäppchen. Das wird uns auf unserem weiteren Weg durch die Bucht von Neapel und die Amalfiküste entlang wohl noch häufiger so gehen. Als ich gestern nämlich zentrale Anlegemöglichkeiten in Neapel evaluiert habe, von denen aus man die Stadt zu Fuss erkunden kann (Corona Vorsichtsmassnahme Nr. 1: Wenn irgendwie möglich keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen), stiess ich doch tatsächlich auf eine Marina, die mehr als 200 € pro Nacht für unsere 10 m Yacht aufruft…

Auch am Nachmittag hatten wir statt mit den Naturgewalten eher mit einem übermüdeten und quengeligen Kleinkind zu kämpfen 😞 bevor wir nach einer Rekordetappe von 41.7 Seemeilen für die Bord-Gynäkologin standesgemäß am Pontile Porzio festmachten.

Der fehlende Fender hängt an unserer Backbordseite bei einem besorgten Motorbootfahrer

Einem Schwimmsteg entsprechend liegen wir hier ziemlich dem Schwell ausgesetzt und entsprechend unruhig. Dafür ist Ponza sehr malerisch und unsere Tochter hat nach unserer Ankunft das (aller)erste Mal im Meer gebadet 🌊.

Neben uns am Steg schien ein äusserst wichtiger Bootseigner zu liegen. „Marco“ wurde von alle (auch anderen Eignern) derart unterwürfig hofiert, dass wir zu dem Schluss kamen, dass es sich entweder um den örtlichen Bürgermeister oder einen Mafiaboss handeln muss 😅.

Zum in diesem Jahr allgegenwärtigen Thema Corona: Das Bewusstsein der Italiener für das aktuelle infektiologische Geschehen scheint (wie so vieles anderes) einem Nord-Süd Gefälle zu unterliegen: Während die offiziellen Regeln in Ostia/Rom noch recht gut befolgt wurden und bei meinem Baumarktbesuch am Eingang sogar meine Körpertemperatur gemessen wurde, trägt hier ausser den Kellnern in den Restaurants und einigen wenigen anderen, so gut wie niemand eine Maske. Auch die Abstandsregeln werden eher lasch interpretiert. Erstaunlich, dass die Anzahl der Neuinfektionen in Italien derzeit auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau liegen…

Auch sonst spüren wir Corona an allen Ecken und Enden. Um uns sicherer zu fühlen, halten wir uns an einige selbstauferlegte Regeln:

  1. Wir haben deutlich mehr Lebensmittel mitgebracht als in früheren Jahren um Supermarktbesuche auf ein Minimum zu beschränken. Frische Lebensmittel müssen wir natürlich hier vor Ort kaufen. Wenn wir einkaufen gehen, geht nur ein Elternteil (mit Maske) in den Supermarkt. Annika, die noch keine Maske tragen kann, kommt nicht mit.
  2. Wenn möglich verzichten wir auf die Verwendung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Das teure Taxi vom Flughafen in Rom zurück zur Marina war hier eine für uns unvermeidbare Ausnahme.
  3. Wir verzichten auf den Besuch der üblichen überfüllten Touristenhotspots.
  4. Wir verzichten bisher auf Restaurantbesuche und kochen selbst (ein Restaurantbesuch wäre mit Annika vermutlich ohnehin recht anstrengend).
  5. Wir duschen an Bord und nutzen die sanitären Einrichtungen in den Häfen nicht. Das ist etwas mehr Aufwand, erscheint uns aber derzeit angebracht.
  6. Wir versuchen Abstand zu halten. Das entpuppt sich in der italienischen Kultur aber als schwieriger als gedacht.

Den oben aufgeführten Regeln fällt zum Beispiel ein geplanter Besuch bei den Ruinen von Pompeji zum Opfer: Gerne hätten wir die Überreste dieser antiken römischen Stadt besichtigt. Da sie aber etwas im Hinterland und nicht direkt an der Küste liegt, wäre sie nur per Taxi oder ÖPNV zu erreichen gewesen. Wir haben uns daher entschieden, den Besuch auf „später“ zu vertagen.

Stattdessen wollen wir, wenn möglich Neapel (draussen und möglichst abseits der Touristenmassen) besichtigen, auch wenn die Marina, die in Laufdistanz zur Altstadt liegt natürlich sehr teuer ist.

Trotz dieser Einschränkungen sind wir froh, dass ein Segelurlaub in Italien dieses Jahr überhaupt möglich ist. Noch vor wenigen Monaten war dies eigentlich undenkbar.

Etappe 2020-2: Lido di Ostia – Anzio (31.3 sm)

Mit leichten Winden direkt auf die Nase sind wir heute von Lido di Ostia nach Anzio motort. Mit einem Kleinkind an Bord, das permanent beschäftigt werden will, war das ein völlig anderes Erlebnis als im letzten Jahr. 

Noch etwas soll dieses Jahr anders laufen: Auf eine Auseinandersetzung mit dem Teppichmesser und kräftigen Schwell im Hafen von Anzio würde ich diesmal gerne verzichten… Allerdings liegen wir auch jetzt wieder bei (moderatem) Wind aus mehr oder weniger südlichen Richtungen in Anzio. Über Schwell im Hafen dürfen wir uns diesmal also nicht beschweren.

Immerhin, der Motor läuft bisher problemlos. Allerdings haben wir unterwegs festgestellt, dass der elektronische Windrichtungsanzeiger nicht mehr. Irgendwas ist immer…

Vom Hafen von Anzio aus, kann man am Horizont bereits die Insel Ponza erkennen, die unser nächste Etappenziel werden soll. Aufgrund der Länge der anstehenden Etappe (rund 40 Seemeilen) und auffrischenden Winden gegen Nachmittag wollen wir morgen so früh wie möglich aufbrechen.

Nachtrag: Was wir gestern aus Anzio am Horizont für Ponza gehalten hatten, entpuppte sich am nächsten Tag dann doch als Capo Circeo auf dem Festland 🤪

Boatwork und Geplänkel mit der Werft in Lido di Ostia (21.07. – 25.07.2020)

Nachdem wir gleich am Tag unserer Ankunft im Hafen noch das neue Biminigestänge und die Sprayhood montiert hatten, haben wir an Tag 2 den Stoffteil des Biminis zum Sattler gebracht, der eine Aussparung für unseren Radarmast am Heck einfügen soll. (Reissverschluss heisst auf italienisch übrigens „cerniera“).

Ausserdem haben wir die Lazybags angebracht und das Grosssegel „fast” komplett angeschlagen. Die Segellatten und Reffleinen wollen wir aufgrund von gut 20 Knoten Wind im Hafen erst morgen anbringen.

Auch hier warten wir wieder auf die Werft, die Ausbesserungen an hingeschluderten Winterjobs versprochen hat. Immerhin wurde beim Ölwechsel diesmal die richtige Menge Motoröl eingefüllt. Die Werftmitarbeiter, die wir bisher kennengelernt haben, sind einfach nie mit dem selben Qualitätsanspruch ausgestattet, wie die, zugegeben kritischen, Eigner.

So wurde beim Motorservice hinter dem Motorblock Wischpapier zurück gelassen. Ein Detail, ich weiss, ich habe es entfernt, trotzdem lässt mich dieser Fund an der Sorgfalt der Werft bei den anderen durchgeführten Arbeiten zweifeln.

Beim Einkranen drückten die Krangurte derart gegen unsere Wanten, dass die Steuerbordssaling nun merklich mehr Spiel hat, als ihr Pendant an Backbord. Ich habe deshalb auf eine Kontrolle durch einen Rigger bestanden.

Das Ausbessern einer Gelcoatmacke (aus Genua) wurde erst vergessen, dann wurde eher notdürftig zugeschmiert, und beim Nachbessern dann mit Grünweiss statt Reinweiss beilackiert. O-Ton Lackierer: “It is the same color. It is just new and the rest of the boat is 20 years old.” Ziemlich dreist, mir einen Farbunterschied, den man bereits vom Steg aus erkennen kann so zu verkaufen. Immerhin hat der herbeigerufene Chef dann sein Farbmessgerät gleich wieder eingepackt und mir zugestimmt. Es war einfach offensichtlich. Am selben Abend wurde noch in der richtigen Farbe nachlackiert.

Auch unser Steckschot aus Plexiglas ging einem unachtsamen Werftmitarbeiter im Winterlager wohl kaputt. Kein Problem, man hat es ersetzt. Der angefertigte Ersatz ist aber so dünn, dass man unsere Wohnungstür von aussen nun ohne grossen Kraftaufwand aus seiner Halterung drücken kann. Auch funktioniert das Schloss nicht mehr richtig. Bei jeden Schliessvorgang hat man Bedenken den Schlüssel abzubrechen. Das eigentliche Problem mit dem Steckschot für mich ist aber, dass man uns nicht über den Tausch informiert hat. Man hatte wohl gehofft, wir würden es nicht (oder erst später) merken. Ich bin gespannt, ob erneuter Ersatz (inkl. neuem Schloss) noch vor unserer Abreise beschafft werden kann, denn, wie mir die Werft erklärte, sind plexiglasverarbeitende Betriebe in Zeiten von Corona stark ausgelastet. Das glaube ich sofort.

Bisher machen wir also quasi Erlebnisurlaub an Bord von Zanzibar. Und das bereits vor dem ersten Ablegen.

Die Schlagzahl ist auch sonst eindeutig höher als letztes Jahr als wir einen ganzen Monat Zeit hatten um das Boot segelklar zu machen. Dafür sind die Temperaturen erträglich und es herscht deutlich mehr Wind. Ich bin gespannt wie wir als Familiencrew mit diesen Bedingungen zurecht kommen…

Auch das Beaufsichtigen von Annika ist dieses Jahr deutlich zeitintensiver. Während sie im letzten Jahr in Ihrem Bettchen oder Kinderwagenoberteil mehr oder weniger friedlich einfach da lag, ist nun ein Elternteil permanent damit beschäftigt, Annika hinterherzurennen und ihr nichtkindersichere Bootsutensilien und Werkzeuge aus der Hand zu nehmen. Trotzdem haben wir es geschafft zum Mittagessen an Hafentag 2 ein frisches Brot zu backen:

Am dritten Tag haben wir früh morgens vor Auffrischen des Windes die Reffleinen und Segellatten am Grosssegel angebracht und das Bimini vom Sattler geholt. Passt alles, Gott sei Dank!

In einer Windpause am Nachmittag haben wir die Genua angeschlagen und mit der Installation des Relingsnetzes begonnen…

Ausserdem konnte tatsächlich der örtliche Shipchandler mit einer neuen Campingaz Flasche für unseren Herd/Ofen weiterhelfen. Wieder können wichtige Punkte von der To-Do Liste gestrichen werden.

Nach einem Baumarkt- und Supermarktbesuch habe ich an Tag 4 dann unser Auto am nahen Flughafen auf einem Langzeitparklatz geparkt und eine überteuerte Taxifahrt (die 48,- Euro; verbuche ich als Coronaaufbauhilfe) zurück zur Marina genossen…

Ausserdem gab es Fortschritte beim Steckschot und beim Relingsnetz. Beide Projekte sollten vor der Zielgeraden sein, in die wir morgen an unserem letzten Hafentag in Ostia einbiegen wollen…

Langweilig wird uns hier bis zum Ablegen ganz bestimmt nicht.

Etappe 30 (bzw. 2020-1): Boatservice Shipyard – Porto di Roma (2 nm)

Nachdem wir gestern nach einer fast 14 stündigen Autofahrt quer durch die Schweiz und Italien endlich am Boot ankamen, wurde selbiges am Nachmittag noch in den Tiber gekrant. Heute haben wir uns nach einer schaukeligen (aber kostenlosen) Nacht am Steg der Werft dann in die uns wohl bekannte und nur knapp 2 Seemeilen entfernte Marina „Porto Turistico di Roma“ verholt.

Hier wollen wir einige Tage verbringen um das Boot segelklar zu machen, bevor wir uns mit Kurs Süd auf den weiteren Weg um den Stiefel machen.

Unter anderem steht die Montage des Biminis, das Anbringen eines Relingsnetzes sowie das Anschlagen der Segel ganz oben auf unserer fast endlosen To-Do Liste.

Wieviel Dolce Vita ist im Zeitalter von Corona möglich?

Nachdem die Nervosität in den letzten Wochen bei jedem Kratzen im Hals oder Räusperer stetig stiegt und Sorgen aufkamen Corona könnten die Fortsetzung unseres Trips doch noch gefährden, geht es heute tatsächlich wieder los in Richtung Italien. Wir wollen abends gegen 22 Uhr in Basel „ablegen“ und sollten nach etwa zwölfstündiger Fahrt (zzgl. Pausen) in Lido di Ostia ankommen.

Hier ist für Montag Nachmittag die Einwasserung von Zanzibar geplant. Anschliessend haben wir vor, die erste Nacht am Werftsteg im Tiber zu verbringen bevor wir uns am Dienstag in den nahen Porto Turistico di Roma verholen wollen.

Dort stehen einige wichtige Arbeiten an, bevor wir unseren Trip fortsetzen: Ein Relingsnetz soll ebenso wie das neu angeschaffte Bimini montiert werden (letzteres kollidiert hoffentlich nicht mit unserem Radarmast am Heck). Ausserdem müssen die Segel angeschlagen und einen neue Campingaz Flasche besorgt werden. Gegen Ende der Woche wollen wir unser Auto dann auf einen Langzeitparkplatz am Flughafen Fiumicino bringen und mit Kurs Süd ablegen.

Wieviel Dolce Vita in Zeiten von Corona tatsächlich möglich ist, muss sich dann allerdings erst zeigen.

Wir bringen jedenfalls allerlei Lebensmittel von zu Hause mit, um Supermarktbesuche möglichst auf ein Minimum zu beschränken. Restaurantbesuche fallen aus infektiologischen Gesichtspunkten vorerst wohl auch eher flach und wir gehen inzwischen leider derzeit davon aus, dass wir Neapel lediglich von See aus besichtigen und nicht zu Fuß als Touristen erkunden werden.

Auch FFP3 Masken und Einmalhandschuhe finden sich nun plötzlich in unserem Bootsgepäck wieder.

Keine idealen Voraussetzungen für einen unbeschwerten Urlaub. Man wird sehen…

Drei weitere Wochen Daumen drücken

Die Vorbereitungen gehen weiter: Nachdem wir ursprünglich geplant hatten, das rund 2,70 m lange Gestänge für das neue Bimini mit Hilfe eines Dachträgers auf dem Autodach zu transportieren, zeigte sich nach einem ersten Test, dass diese Option vermutlich bei den Ordnungshütern (zum Beispiel an der Grenze) nicht allzu gut ankommen dürfte. Glücklicherweise passt das Teil noch gerade so in unseren Kombi. Diese Variante ist mir inzwischen deutlich sympathischer, auch wenn Annika auf Ihrem Kindersitz etwas eingeengt wird.

Der eigens angeschaffte Dachträger soll trotzdem zum Einsatz kommen: Wir haben uns eine Dachbox besorgt, um für das ganze Bootszubehör und unser Gepäck ausserhalb des notorisch zu kleinen Kofferraums weitere 400 Liter Platz zu haben.

Auch das Nahtmaterial für den Bordgebrauch haben wir inzwischen wieder aufgestockt. Ich hoffe trotzdem, dass ich diesmal keinen allzu innigen Kontakt mit dem Bord-Teppichmesser haben werde 😉

Nach einiger Diskussion bezüglich der Dauer meines diesjährigen Jahresurlaubs habe ich inzwischen auch von meinem Arbeitgeber grünes Licht bekommen: Wir haben dieses Jahr 6 Wochen Zeit, um unseren Trip um die italienische Halbinsel fortzusetzen. Der Pessimist in mir spricht aktuell lieber noch davon, dass wir hierfür 6 Wochen Zeit hätten, denn so ganz in trockenen Tüchern ist das wohl noch nicht. Da die Corona-Fallzahlen zumindest in Deutschland zuletzt wieder stark angestiegen sind, bleibt es spannend, ob wir Zanzibar tatsächlich wie inzwischen mit der Werft vereinbart am 20. Juli einwassern können.

Corona Update und DIY Projekt II: UV-/Sichtschutz Niedergang

Was das Seesegeln angeht, sind wir noch immer Landratten. Nachdem der geplante Ostertörn in Italien Corona zum Opfer fiel, verbringen wir unsere Wochenenden zur Erholung vom Homeoffice-Alltag aber nun zumindest auf unserem inzwischen 43 Jahre alten „Erstboot“ auf dem Neuenburger See. Hier im schweizer Binnenrevier sorgte eine COVID-bedingte Hafensperrung zum Glück nur für eine relativ kurze Verzögerung des Saisonstarts und wir konnten Mitte Mai einwassern.

Immerhin kommen wir hier ohne eine Landesgrenze überqueren zu müssen zum Boot und sind, nachdem wir die Espressokanne im Hafenbecken versenkt haben, um die Erkenntnis reicher, dass Gesichtsmasken mit etwas Bastelei ganz passable Kaffeefilter abgeben 😀

Für Zanzibar (also das Zweitboot im Mittelmeer) haben wir inzwischen einen neuen Sicht- und UV-Schutzvorhang für den Niedergang genäht. Da am alten Schutzvorhang ein Druckknopf ausgerissen war und dieser auch sonst nicht mehr ganz so taufrisch wirkte, habe ich mit der Nähmaschine für Ersatz gesorgt. Auch wenn die Druckknöpfe erst an Bord bei der Endmontage platziert werden, kann sich das ganze wie ich finde doch schon sehen lassen und der Vorhang sollte dank des jetzt dunklen Stoffes für mehr Dunkelheit und noch besseren UV-Schutz im Boot sorgen, als sein Vorgänger…

Ausserdem haben wir einen Dachträger für den Transport des mit einer Länge von rund 2.7 m doch etwas sperrigen Biminigestänges nach Italien besorgt, individuelle Bootsflaggen mit „Rund Stiefel Logo“ drucken lassen, einen neue Halterung für das als Plotter verwendete iPad bestellt und ich habe inzwischen sogar gut 50% eines Online-Theoriekurses für den britischen Yachtmaster absolviert. Alles Spielereien um mir die Zeit zu vertreiben.

Jetzt reicht es langsam mit den „Landprojekten“ und dem Vorgeplänkel…

Immerhin sieht es inzwischen wieder ganz gut aus, was die Fortsetzung unserer Reise im Spätsommer angeht: Italien erlaubt die Einreise von Touristen wohl ab Anfang Juni wieder und auch die Schweiz will ab 6. Juli die Grenze zu Ihrem südlichen Nachbarland wieder öffnen. 

Zur weiteren Ablenkung und Beschäftigung habe ich angefangen, grob die Etappen zu planen, die wir im August, wenn wir unseren Trip rund um Italien vermutlich endlich fortsetzen können segeln wollen. Eigentlich widerstrebt mir eine solche Planung, setzt sie einen doch irgendwie auch immer etwas unter Druck und raubt etwas die Spontanität und Flexibilität die ich beim Segeln eigentlich so schätze. Nun denn, wir wollen ausgehend von Rom weiter nach Süden:

Etappenplanung*

1.) Rom – Anzio
2.) Anzio – Ponza
3.) Ponza – Ventotene
4.) Ventotene – Ischia
5.) Ischia – Neapel (oder Pompeji)
6.) Neapel (oder Pompeji) – Capri
7.) Capri – Acciaroli (ca. 45 sm)
8.) Acciaroli – Cetraro (ca. 60 sm)
9.) Cetraro – Liparische Inseln (z.B. Stromboli; ca. 55 sm)
10.) Nordküste Sizilien

*Alle Angaben natürlich wetterabhängig und sowieso ohne Gewähr 😉

Der geplanter Besuch von Neapel steht momentan auf wackligen Füssen. Diesen wollen wir vom weiteren Verlauf der Corona Pandemie abhängig machen. Sollte sich die Situation in Italien nicht noch weiter deutlich bessern, wollen wir kein Risiko eingehen und planen dann schweren Herzens die drittgrösste Stadt Italiens links (also an Backbord) liegen zu lassen und nur die zahlreichen Inseln im Golf von Neapel zu erkunden.

Da das Segeljahr nun ungewollt etwas kürzer ausfällt als geplant, müssen wir uns auch bereits vor dem Törn Gedanken um das nächste Winterlager machen. Ich hatte bereits vor längerer Zeit Sizilien ins Auge gefasst.

Das sollte ein toller Ausgangspunkt für 2021 sein, ist aber von Rom mit unseren bisherigen Etappenlängen in der nun zur Verfügung stehenden Zeit nur schwer zu erreichen.

Notgedrungen planen wir also auch einige längere Etappen (sofern Annika, die inzwischen läuft immer noch nicht seekrank wird). Es bleibt spannend…

Corona DIY Projekt I: Gangway Plattform 2.0

Nachdem sich die aus weiss-lackierten Siebdruckplatten gefertigte Gangwayplattform zwar prinzipiell für niedrige Stege bewährt hatte, der aufgebrachte weisse Lack den Beanspruchungen des Bordalltags aber nicht wirklich gut stand hielt, hatte ich für die Winterpause geplant diese Konstruktion durch einen Neubau aus weissen GFK Platten zu ersetzen.

Die entsprechenden Zuschnitte habe ich recht günstig bei eBay gekauft.

Nachdem nun coronabedingt viel bootsfreie Zeit zur Verfügung steht, kann ich hinter dieses DIY Projekt bereits einen Haken machen:

Da meine Wahl auf 15 mm starke GFK Platten fiel, ist die ganze Konstruktion mit einem Gewicht von 9.4 kg recht massiv ausgefallen und dürfte jetzt mit zu den stabilsten Teilen unseres Bootes gehören 😅.

Da die bei Halterung Nr. 1 zum Einsatz kommenden Holzschrauben in den GFK Platten nicht wirklich gut hielten, habe ich bei Version 2 sämtliche Füße durchgebolzt.

Rund Stiefel in Zeiten von Corona

Eigentlich hatte wir über Ostern eine dreiwöchige Fortsetzung unsere etappenweise Reise um den Stiefel geplant um nach dem Einwassern von Rom weiter in Richtung Neapel zu segeln. Eigentlich!

Denn nachdem die Ausbreitung des neuen Corona-Virus (nicht nur, aber auch in Italien) immer weiter voranschreitet, haben wir uns schweren Herzens entschieden, die Fortsetzung unseres Abenteuers vorerst zu verschieben. Wir wollen (vorallem mit Annika) kein Risiko eingehen und falls wir denn erkranken sollten, bevorzugen wir dies in einem Gesundheitssystem, in dem wir dieselbe Sprache, wie die behandelnden Ärzte sprechen.

Wir hoffen, dass sich die Situation vielleicht im Mai oder Juni ausreichend beruhigt hat damit wir ohne ungutes Gefühl als Familie nach Italien reisen können…

Bis dahin liegen unsere Pläne erstmal auf Eis…

Boot 2020 – Wir trotzen dem Winterblues

Auch in der kalten Jahreszeit dreht sich bei uns (zumindest gedanklich) vieles ums Segeln. Inzwischen wurde das bestellte Bimini für Zanzibar geliefert, das für mehr Schatten im Cockpit sorgen soll. Noch ist mir nicht ganz klar, wie wir dieses 2,75 m lange, ziemlich sperrige Paket nach Italien transportieren sollen, aber wir werden sicherlich eine kreative Lösung finden 😅.

Auch mit dem Bau der zweiten Version unserer Gangway Plattform (aus GFK statt Holz Platten) habe ich zwischenzeitlich zumindest begonnen.

Als weiteres Winterprojekt habe ich ausserdem angefangen, aus den Blogbeiträgen unserer Elternzeit einen bebilderten Reisebericht in Buch Form zu basteln. Ich bin gespannt ob dieses Werk nach seiner Fertigstellung „nur“ an Eltern und Freunde verteilt oder sogar verkauft (bzw. gekauft) wird.

Bei einem zwischenzeitlichen Besuch am Neuenburgersee bei unserem „Erstboot“ zwischen den Jahren, bot sich ein trauriges Bild: Seit dem Auswassern Ende 2018 fristet Boomerang ein vernachlässigtes Dasein an Land. Das Deck ist entsprechend dreckig und ich war einige Zeit damit beschäftigt, eiskaltes Regenwasser aus der Bilge zu wischen.

Immerhin geht es Ende dieser Woche für zwei Tage auf die Boot nach Düsseldorf. Ich mag diese jährlichen Ausflüge zur Messe. Sie durchbrechen die segelfreie Zeit des Winterblues und sind eine willkommene Überbrückung bis es wieder selbst aufs Wasser geht.

Während wir in früheren Jahren ein Bootsmodell nach dem anderen besichtigt haben, lassen wir es inzwischen etwas ruhiger angehen: Wir konzentrieren uns bei der Besichtigung von Neubooten auf unsere Favoriten und freuen uns auf interessante Vorträge Gleichgesinnter im Segel Center der Messe.

Ich bin gespannt, wie Annika, deren Bewegungsdrang und -radius inzwischen immer grösser wird, die beiden geplanten Messetage inklusive Hotelübernachtungen wegsteckt…

Nachtrag nach dem Messebesuch:

Die Anreise Kinderwagen im ICE war zwar etwas abenteuerlich, aber Annika hat im Hotel in Düsseldorf hervorragend geschlafen und auch auf der Messe selbst konnten wir am ein oder anderen Stand vom Babybonus profitieren:

Die Mitarbeiter am Stand von Solaris waren sehr zuvorkommend, so dass Annika im dortigen Loungebereich ein Schläfchen machen und Mittagessen konnte, während Papa unerschwingliche Boote besichtigte…
Die graue Emminenz war da. Immer wieder ein Erlebnis…
…und auch Regatta-Boris haben wir vor die Linse bekommen.
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