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Etappe 23: Porto Santo Stefano – Marina Cala Galera (16.9 sm)

Dienstag, 10. September, 2019

Bei 1-2 m Welle und Wind direkt auf die Nase ging es heute um die Halbinsel des Monte Argentario am Südzipfel der Toskana herum.

Wie man sieht, braucht es hier in der Südtoskana dringend Freiwillige, die die AIS Signale der vorbeifahrenden Boote an marinetraffic weiterleiten 😉

Gegen Ende liessen die Wellen nach und mit aufkommendem Wind konnten wir dem Motor sogar seine wohlverdiente Verschnaufpause gönnen. Bei etwas böigem aber schönem Wind von achtern konnten wir unter Genua etwas segeln. Die Anmeldung vor der Einfahrt in die Marina erfolgt trotz Kontrollturm per Telefon. Auf Funksprüche wird nicht reagiert.

Ein aufregendes Anlegemanöver später (17 Knoten Seitenwind und ein Hafenmitarbeiter am Steg der die Bedeutung der Luv-Heckleine kennt, unsere, (dafür) viel zu lange Heckleine aber mittels Palstek an einem Ring befestigt) liegen wir nun in der Marina Cala Galera. Eventuell wollen wir von hier aus noch nach Giglio. Da es dort an den Stegen aber weder Wasser noch Strom geben soll, sind wir uns diesbezüglich noch nicht ganz sicher…

Hier in Cala Galera merkt man, wie schon in Punta Ala (vielleicht noch deutlicher), dass die Saison langsam aber sicher vorbei ist. Ausgestorbene Restaurants, geschlossene Geschäfte. Das wird um so deutlicher, wenn es wie hier, keinen Ort hinter der Marina gibt. Und noch etwas bemerkenswertes passiert hier: Seit mehr als 3 Monaten war es gestern abend erstmals wieder Zeit für einen Pullover und Jeans 😳 Ich befürchte bald müssen wir gar die Socken auspacken…

Etappe 22: Punta Ala – Porto Santo Stefano (31.6 sm)

Sonntag, 8. September, 2019

Nach einem Starkwindtag im Hafen, folgte heute wie so oft ein Motor bzw. Motorsegeltag. Immerhin konnten wir die letzten beiden Stunden nach Porto Santo Stefano am Südende der Toskana die Genua ein wenig zu Hilfe nehmen um Speed zu machen.

Hier liegen wir an einem Schwimmsteg im Porto Domiziano und wurden trotz fehlender Italienisch-Kenntnisse sehr freundlich empfangen. Im Gegensatz zu Porto Azzurro, hat auch das Anlegemanöver mit Seitenwind bestens geklappt. Die Dame im Hafenbüro mit der Tatjana gestern telefoniert hatte (ohne gemeinsame Sprache) erinnerte sich sofort an die Bambina und empfing uns herzlichst. Endlich!

Da es auf See auch morgen wieder etwas ruppiger zugehen soll, werden wir morgen einen Hafentag mit Sightseeing in diesem Fischerort einlegen, an dem viele Italiener Ihren Urlaub verbringen. In der örtlichen Apotheke haben wir zum zweiten Mal nach Genua Beikost-Gläschen für Annika verproviantiert (diesmal Zucchini-Kartoffel).

Da auch für Mitte nächster Woche kräftiger Wind angesagt ist, werden wir uns anschliessend wohl von hier aus nach Porto Ercole verholen statt nach Giglio aufzubrechen. Aber bis dahin kann sich die Wettervorhersage ja noch einige Male ändern.

Morgens vor unserer Abfahrt war es dann nochmal kurz spannend, als sich der Anker der Gigliofähre (diese legt in Porto Santo Stefano mit Anker an) am Grund des Hafens verfing und die Fähre bedrohlich nahe an die Schwimmstege mit den Tagesgästen kam. Aber der Kapitän der Fähre hat es geschafft die Fähre zu stabilisieren und nach einigem hin und her mit Beiboot-Unterstützung konnte die Fähre mit ca. 20 minütiger Verspätung nach Giglio aufbrechen…

Etappe 21: Porto Azzuro/Elba – Punta Ala (16.4 sm)

Samstag, 7. September, 2019

Nach einem Motorsegeltag mit bis zu 2 Beaufort sind wir nach unserer Stippvisite auf Elba wieder in Punta Ala auf dem italienischen Festland angekommen.

Wieder AIS Signale ohne Ende bei der Überfahrt…

Unserem Cruisingmodus entsprechend bleiben wir hier 2 Nächte, bevor es weiter nach Süden geht. Das passt auch in sofern gut, als dass für Freitag Wind mit bis zu 30 Knoten angesagt ist. Zuviel für meine beiden Mädels an Bord.

Ausserdem gibt es den nächsten „Scheiss-Job“ zu erledigen. Nachdem ich in Pisa die tropfende Handpumpe der Toilette und in Portoferraio die verstopften Abwasserschläuche von der Toilette zum Seeventil ersetzt hatte, hatte ich eigentlich den Verdacht, der unangenehme Geruch aus der Fäkalientank-Backskiste käme von den dort verlegten (ebenfalls 20 Jahre alten) Schlauchleitungen. Leider zeigte sich hier bei genauer Inspektion allerdings, dass die Macerator-Pumpe ein Leck hat und munter vor sich in die Backskiste tropft.

Ersatz ist bei den beiden Mini-Shipchandlern hier in Punta Ala leider nicht zu bekommen und so werden wir wohl ab hier mit Wäscheklammer auf der Nase weitersegeln. Der Fäkalientank ist nach kurzzeitiger Benutzung also schon wieder gesperrt 💩.

Die Marina ist, was wir an Bord inzwischen als klassische Betonmarina bezeichnen: Weitab von jedem grösseren Ort, ein paar Restaurants im Hafen, Werft, Shipchandler, Duschen, Waschsalon fertig.

Immerhin sind die WCs und Duschen in einem sehr gepflegten Zustand und wir haben lustige Nachbarn: Eine russische Charter-Männergruppe, die den Tag mit einem deftigen Frühstück mit Eintopf und Dosenbier startet 🥴

Auch unser Plan für ein Winterlager für Zanzibar wird langsam konkreter. Wir schwankten zunächst noch zwischen Rom und Neapel. Da die Marina in Rom allerdings ideal in Flughafennähe gelegen ist, wollen wir Zanzibar für dem Winter dort bei einer Werft unterstellen.

Etappe 20: Portoferraio/Elba – Porto Azzurro/Elba (19.1 sm)

Donnerstag, 5. September, 2019

Nachdem vom angekündigten „Viel-Wind“ nur beim Versuch aus der viel befahrenen Bucht von Portoferraio herauszukreuzen etwas zu spüren war, sind wir heute den Grossteil der Tages um den Nordost-Zipfel Elbas motort und liegen nun in Porto Azzurro. Von hier aus wollen wir morgen wieder zurück zum Festland.

Immerhin sorgten hinter der Genua auftauchende Piraten unterwegs für etwas Unterhaltung:

Sollte ich in einem früheren Post gehofft haben, dass „die Italiener“ inzwischen etwas freundlicher seien, muss ich dieses Urteil für Porto Azzuro überdenken. Nicht nur, dass die Hafenmitarbeiter uns am Funk ignorierten und bei strammem Seitenwind partout die Lee-Muring als wichtigste Leine zuerst übergeben wollten 🤪. Auch die Info zur Lage des Hafenbüros musste ich ihnen förmlich aus der Nase ziehen. Selbstredend vergass man mir mitzuteilen, dass es erst abends wieder öffnet. Die Dame im Büro selbst erschien ob unserer Anmeldung auch eher genervt als gastfreundlich. Bella Italia!

Trotzdem ist Porto Azzurro ein nettes Örtchen:

In der Marina hier feiern wir eine weitere Premiere. Erstmals haben wir nicht die sanitären Anlagen des Hafens genutzt. Diese liegen hier nämlich erneut einen guten Fussmarsch entfernt mitten im Ort und da ich die Abwasserschläuche der Bordtoilette gerade eben (in Portoferraio) ersetzt habe, sind wir nicht mehr zwingend auf Anlagen zweifelhafter Sauberkeit in den Häfen angewiesen…

Etappe 19: San Vincenzo – Portoferraio/Elba (22.7 sm)

Sonntag, 1. September, 2019

Die Etappe nach Elba/Portoferraio war aus vielerlei Hinsicht sehr speziell für uns. Zum einen hatten wir mit dem für Elba üblichen Fährverkehr zu kämpfen (Die Investition in unseren AIS Transponder war hierbei Gold wert).

Zum anderen haben wir zum ersten Mal den Sprung von der Festlandküste auf eine Insel gewagt. Und, wir liegen mit dem eigenen Boot nun in unserem allerersten Hafen, den wir je mit einem Segelboot besucht haben. Von hier aus sind wir 2010 als Kojenchartergäste zu unserem ersten Törn aufgebrochen und wurden damals mit dem Segelvirus infiziert.

Der markante Torre nahe der Hafeneinfahrt

Der Hafen, in dem wir 4 Tage lang eine angekündigte Gewitterfront abwarten wollen ist nicht weniger speziell.

Statt aufgestellter Abfallcontainer gibt es hier einen Typ auf einem Lastenfahrrad, der zu festen Zeiten die Hafenpromenade entlangfährt und den diversen Booten im Hafen den Müll abnimmt. Auch das Duschen ist ein Abenteuer für sich. Im Hafen selbst gibt es weder Duschen noch Toiletten. Dafür gibt es mitten im Barviertel einen privaten (?) Anbieter, der sich Duschen mit 2,60 Euro und Toilettengänge mit 0,60 Cent vergüten lässt. Man sieht also beim Aperitif abends des öfteren Yachties mit Handtuch durch die Altstadt pilgern. Skuril!

Glücklicherweise ist auf Elba die Hochsaison bereits vorbei und wir liegen hier für günstige 45,-/Nacht (nur wenige Tage zuvor wären es 90,- Euro gewesen)

Die nächsten Tage wollen/müssen wir hier die Schläuche der Toilette ersetzen, die durch die Ablagerungen der vergangenen 20 Jahre kaum mehr durchgängig sind und zur Verstopfung neigen.

Ausserdem wollen per Mietwagen die Insel erkunden und uns mal wieder in einem grossen, gut sortierten Supermarkt verproviantieren.

Etappe 18: Marina Porto di Cecina – San Vincenzo (15.5 sm)

Freitag, 30. August, 2019

Aufgrund angesagter Gewitter und Donnergrollen ca. 1 sm vor der unmöglichen Hafeneinfahrt von San Vincenzo (Neben dem roten Molenfeuer steht in ähnlicher Größe eine grüne Statue des heiligen (?) San Vincenzo) haben wir heute nach einem tollen Segeltag mit ca 10-12 kn Wind von halb (später achterlich) die Segel relativ früh geborgen. Safety First! 😉

IALA A oder B? Wer macht sowas???

Hier liegen wir nun. Schon wieder an einem Fingerpontoon. Und erneut wollen wir bereits am nächsten Morgen weiter. Ein Segelmodus, der uns zunehmend weniger gefällt. Aber wir hoffen, es morgen vor dem Einsetzen der für die nächsten Tage angesagten Gewittern nach Portoferraio auf Elba zu schaffen. Dort haben wir als Kojen-Chartergäste 2010 unseren allerersten Segeltörn gestartet. Jetzt mit dem eigenen Boot dorthin zurück zu kommen, ist schon ziemlich speziell und für mich einer der Höhepunkte unseres Trips. Das muss unbedingt auf Elba gefeiert werden 🥂…

Während man gestern noch über gleiche Höhe diskutieren konnte, befinden wir uns seit heute auch definitiv südlich unseres Ausgangshafens von Port Grimaud ⚽️😉

Die Marina di San Vincenzo ist mit 83,-/Nacht nach Monaco der zweitteuerste Hafen unseres bisherigen Törns. Ob das gerechtfertigt ist oder der strategisch günstigen Lage für den Sprung nach Elba geschuldet ist, sei dahingestellt. Die superenge Hafeneinfahrt möchte ich bei viel auflandigem Wind nicht passieren müssen. Wenigstens sind die sanitären Anlagen top gepflegt (auch wenn sie in einem Parkhaus liegen).

Funfact: Die Tankstelle in der Marina verkauft neben Treibstoff auch Eis und: Gefrorene Sardinen ❄️🐟😂

Etappe 17: Marina Cala de Medici – Marina Porto di Cecina (19.5 sm)

Freitag, 30. August, 2019

Einer Empfehlung im Küstenhandbuch folgend sind wir gestern nicht durch, sondern um das Untiefengebiet Seche di Vada herummotort. Nun liegen wir im Aussenbecken der Marina in Cecina an einem Fingerpontoon (dem 2. nach Loano).

Die relativ neue Marina wirkt gepflegt und die Bepflanzung wird sogar gegossen. Leider sind die Sanitäranlagen dieser Marina unwürdig in Baucontainern untergebracht und schon deutlich mitgenommen.

Die Fahrt selbst war ein unspektukulärer, praktisch windloser Trip, den wir als ausgedehnte Probefahrt für die neu reparierte Motorhalterung verbuchen. Test bestanden!

Wir haben hier ausserdem erstmals den Eindruck, dass die Leute ggf. etwas freundlicher werden könnten. Einen Hauch…

Da es von der Marina zu Fuß rund 25 min zum Ort Marina di Cecina sind, brechen wir unseren entsprechenden Spaziergang kurz vor Erreichen einer stark befahrenen Landstraße ab und kehren im gut besuchten Marinarestaurant ein.

Etappe 16: Marina di Pisa – Marina Cala de Medici (26.5 sm mit 0.9 Motorstunden 🥳)

Dienstag, 27. August, 2019

Etappe 16 brachte nach einer zweitägigen Verlängerung in Pisa wegen Gewitter endlich herrliches Segeln. Aus dem Hafen raus, am Wind Kurs bei ca 11 Knoten aus Südost mit bis zu 7 Knoten Speed Richtung Livorno. Nach einer Wende um es um die Osttonne vor Livorno zu schaffen haben wir kurz beigedreht um das erste Reff ins Gross zu binden. Anschliessend drehte der Wind auf halb und später Raum und wir brauchten den Motor nur für die Wege aus und in den Hafen. Herrlich! In etwa so hatte ich mir das mit der Elternzeit auf See vorgestellt.

Leider gibt es aber auch Rückschläge zu vermelden. Wir liegen nun in der Marina Cala de Medici und warten hier auf einen Mechaniker.

Vor der Abfahrt in Pisa hatte ich in der Motorbilge nach gerade einmal 100 Motorstunden unseres Motors 2 gebrochene Schrauben der Motorhalterung gefunden 😳🤮😭. Selbstredend haben wir nicht das richtige Werkzeug um dieses Problem selbst zu lösen. Vom Know-how ganz zu schweigen…

Ein Bild aus der Rubrik: „Was Sie nicht unter Ihrem Motor finden wollen“

Immerhin, trotz unserer Ankunft am Sonntag hat sich bereits jemand das Problem angesehen und wir haben einen Termin für Dienstag Nachmittag an dem man versuchen will, den Motorblock auszubauen, die abgebrochenen Schraubenteile auszubohren und die Schrauben zu ersetzen. Ich bin gespannt und hoffe, dass man das Problem noch diese Woche lösen kann, unser Plan nach nur einer Nacht im Industrieort Rosignano Solvay weiter zu ziehen, ist damit aber erst mal hinfällig…

Wir versuchen das Beste aus unserer misslichen Lage zu machen und besichtigen an unserem ersten Hafentag die fussläufig erreichbaren „White Beaches“ von Rosignano Solvay, an denen es dank eingeleiteter Abwässer der nahen Fabrik fast aussieht wie in der Karibik. Auf ein Bad im hellblauen Wasser haben wir (im Gegensatz zu vielen Touristen) diesmal allerdings verzichtet.

Der Übeltäter…

Etappe 15: Portovenere – Marina di Pisa (34 sm)

Freitag, 23. August, 2019

Nachdem der Yachtclub in Marina di Carrara Sonntags offenbar leider keine Anrufe entgegen nimmt (es wurde 2 mal aufgelegt) haben wir uns, statt des kurzen Schlages zu den weissen Steinbrüchen erneut für eine lange Etappe entschieden und wollen direkt nach Pisa fahren.

Als der anfänglich wehende Wind aus Nord eingeschlafen war und wir die Segel wieder bergen mussten, wurden wir mit der ersten Delfin-Begegnung unserer Reise entschädigt. Es ist immer wieder ein tolles Erlebnis, diesen eleganten Meeresbewohnern mit dem Boot zu begegnen.

Nach einer erneut recht flachen Einfahrt in die direkt südlich des Flusses Arno gelegenen Marina liegen wir nun für einige Tage hier und wollen natürlich die Sehenswürdigkeiten der Stadt erkunden.

Das obligatorische Touristenbild aus Pisa

Am 2. Landtag haben wir vor mit Bus und Bahn das etwas im Hinterland liegende Lucca erkundet:

Da gegen Ende der Woche erneut Gewitter angesagt sind, wollen wir unseren Aufenthalt ggf. etwas ausdehnen und ein wenig am Boot arbeiten.

Zum Auftakt bin ich endlich mit dem Süßwasserleck weiter gekommen: Der Vorfilter der Wasserpumpe war gebrochen und von dort tropfte es munter in die Bilge vor dem Wassertank. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob dies wirklich das einzige Leck war und will auf jeden Fall noch den Einfüllbereich des hinteren Wassertanks genauer unter die Lupe nehmen. Aber die Wasserversorgung ist nach Ausbau des tropfenden Filters erstmal sichergestellt (die Pumpe scheint aber etwas gelitten zu haben und läuft deutlich lauter als zuvor).

Übeltäter Nr. 1: Gebrochener Vorfilter der Wasserpumpe. Ich bin gespannt ob ich in einem der nächsten Shipchandler Ersatz bekomme.

Ungeplant habe ich ausserdem die Pumpe der Bordtoilette ersetzt, nachdem es aus einem Riss des Gehäuseoberteils der Pumpe tröpfelte…

Die 2013 eröffnete Marina selbst bietet für 55,- Euro pro Nacht jede Menge Beton und wirkt an einigen Stellen bereits deutlich mitgenommen. Immerhin finden wir aber saubere Sanitäreinrichtungen vor und treffen auf freundliche Marineros, die Ihr Handwerk verstehen.

Resümee Ligurien: 7 Segeltage, 163.5 Seemeilen, 36.3 Motorstunden

Donnerstag, 22. August, 2019

Kulinarisch war Ligurien ein echtes Highlight, frische Pasta, Foccacia und Farinata bis zum Abwinken. Landschaftlich war es für mein Dafürhalten bis auf Portofino und die Cinque Terre eher öde. Die aneinander gereihten Sonnenschirme an der ligurischen Küste, speziell an der Riviera Ponente sorgen für typische Ölsardinen-Atmosphäre an den Stränden.

Die Millionenmetropole Genua, immerhin die sechstgrößte Stadt Italiens hat definitiv sehr schöne Ecken. Biegt man jedoch einmal falsch ab, befindet man sich mitten im Moloch. Fairerweise muss ich eingestehen, dass das auf viele Hafenmetropolen im Süden zutrifft.

Meine Einschätzung Genuas leidet sicher auch etwas unter der Tatsache, dass uns dort ein Nachbarlieger ins Boot gefahren (und abgehauen) ist. Vorallem die Gleichgültigkeit und Unfreundlichkeit des anwesenden Marineros hat mich sehr betroffen gemacht. Generell schockiert mich die Unfreundlichkeit vieler Italiener (auch Segler). Man grüsst sich auf dem Stg kaum, man hilft sich selten. Im Idealfall scheint man seine Nachbarlieger zu ignorieren und fährt am nächsten Tag weiter. Das kannte ich aus den Italien-(überwiegend Toskana) Urlauben aus meiner Kindheit so überhaupt nicht.

Selbst der Kauf einer Busfahrkarte wird mitunter zum Spießrutenlauf. Natürlich sprechen wir kein Italienisch, aber bei früheren Trips z.B. nach Asien sprachen wir die Sprache ebenfalls nicht und trafen auf Leute die bemüht waren einem zur Not mit Händen und Füßen weiterzuhelfen.

Fairerweise muss man Ausnahmen erwähnen. In Imperia hat eine ältere Dame Ihre Kehrwoche unterbrochen um uns (vorne weg laufend) den richtigen Weg zu zeigen.

Seglerisch war es leider auch in Ligurien noch immer nicht das Gelbe vom Ei, wie man an den erneut vielen Motorstunden ablesen kann. Ich hoffe nun auf einen Herbst mit moderaten, achterlichen Winden 🤞

Der netteste Hafen war für mich die Darsena Vecchia mitten in Savona. Man liegt für schmales Geld mitten in der Stadt, die Leute waren freundlich und die vor dem Hafen liegende Drehbrücke ist wirklich außergewöhnlich (und es gab keinen Jahrmarkt neben dem Hafen 😅).

Der Ort, an dem wir sicherlich kein zweites mal vorbeischauen war Porto Antico in Genua (s. oben). Auch die Marinas in San Remo und Loano sind eher Betonwüsten und höchstens als Transitziel anfahrenswert. Allerdings haben wir in der Altstadt von Loano den bisher besten Espresso der Reise getrunken.